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Warum der Wald kühle, nasse Tage braucht

Der Regen der vergangene Tage ist für die frisch gepflanzten Setzlinge in der Dresdner Heide perfekt. Die Wurzeln der alten Bäume aber erreicht er nicht.

Aus der Heide müssen jetzt umgebrochene Bäume abtransportiert werden.
Aus der Heide müssen jetzt umgebrochene Bäume abtransportiert werden. © Christian Juppe

Dresden. Wind, immer wieder Wind. In der Dresdner Heide erfassen einzelne Sturmböen geschwächte Bäume und bringen sie zu Fall. Vor allem an den Stellen, wo die Stürme der vergangenen Monate schon für Kahlschläge gesorgt haben. Ab diesem Freitag wird der Windbruch mithilfe einer großen Maschine aus dem Bühlauer Wald geholt und zügig abtransportiert. Denn unter der Borke lauern die Larven des Borkenkäfers, die bei Temperaturen ab 15 Grad ausschwärmen. Das will Revierförster Thomas Stelzig auf jeden Fall verhindern. Drei Wochen sollen die Arbeiten dauern. 

"Im Kampf gegen den Käfer helfen uns nur noch lange kühle und feuchte Perioden", sagt Stelzig. Dann würde der Regen auch in tiefere Schichten vordringen. Die Schauer der vergangenen Wochen waren gut, aber längst nicht ausreichend, wie der Förster selbst herausgefunden hat. Er hat ein Loch gegraben und dabei gesehen, dass die Feuchtigkeit bis in 60 bis 80 Zentimeter Tiefe vorangekommen ist. "Das hilft zwar unseren frisch gepflanzten Setzlingen, aber die Wurzeln der großen, alten Bäume befinden sich in Bereichen von einem Meter Tiefe bis 2,50 Meter", sagt er.   

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Nur mit Baumfällungen kann man in der Heide gegen den Borkenkäfer vorgehen. Das betrifft jetzt auch Eichen.
Nur mit Baumfällungen kann man in der Heide gegen den Borkenkäfer vorgehen. Das betrifft jetzt auch Eichen. © Christian Juppe (Archiv)

Was fehlendes Wasser bedeutet, kann man am Konzertplatz am Weißen Hirsch genau erkennen. Viele der alten Buchen verlieren ihre Rinde und sterben langsam ab. "Die müssen wir dieses Jahr fällen." 

Was Stelzig vorher noch nie gesehen hat, musste er jetzt auch in seinem Revier erleben. Borkenkäfer befallen selbst Eichen. Dennoch kommt der Einsatz von chemischen Spritzmitteln für den Sachsenforst in der Dresdner Heide nicht infrage. "Es gibt Forstreviere, die mit Gift arbeiten, die haben aber den gleichen Befall wie wir", sagt Stelzig. Ohnehin sei Chemie bei dem hohen Besucheraufkommen in der Heide keine Option, zumal die auch die Nützlinge mit abtöten würde.  

Einziges Mittel: Bäume pflanzen

Um den Verlust der Bäume auszugleichen, wird in Stelzigs Revier seit Januar aufgeforstet. Die milde Witterung ermöglichte das. Kleine Lärchen wurden gepflanzt, Tannen mithilfe eines Pferdes ausgesät. Jetzt kommt am A-Flügel die Hainbuche in die Erde, die schon ausgetrieben hat, sowie Stieleiche. Insgesamt fünf Hektar bekommen neue Bäumchen. Dabei helfen Anfang April auch Schüler des Gymnasiums Dresden-Bühlau. 

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"Zum Glück hat unser Chef sich schon im vergangenen Herbst um ausreichende Pflanzen gekümmert, denn die werden knapp, da Stürme und Käfer deutschlandweit gewütet haben", sagt Stelzig.   

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