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Wie es mit dem Herzogin Garten weitergeht

Grünen-Fraktionschef Löser sieht die Stadt in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass der Park dauerhaft kostenlos offen ist. 

Grünen-Stadtrat Thomas Löser möchte den kostenlosen Zugang zum Herzogin Garten gern dauerhaft für die Dresdner gesichert wissen.
Grünen-Stadtrat Thomas Löser möchte den kostenlosen Zugang zum Herzogin Garten gern dauerhaft für die Dresdner gesichert wissen. © Sven Ellger

Bewohner der Dresdner Innenstadt haben in den letzten Wochen wieder gestöhnt unter den hohen Temperaturen. Im zugepflasterten Zentrum mit zu wenigen schattenspendenden Bäumen ist es immer zwei bis vier Grad wärmer als in anderen Stadtvierteln. Die heißen Fassaden strahlen zusätzlich Wärme ab. Was könnte es da Besseres geben, als einen Park mitten in der Stadt? 

Noch dazu von einem Investor auf seine Kosten angelegt. Dresden hat das Glück: Der Herzogin Garten ist seit Freitag geöffnet. Grünen-Stadtrat Thomas Löser lobt Unternehmer Reinhard Saal für sein Engagement. „Ihm gebührt große Anerkennung, dass er den Garten so aufwendig gestalten ließ“, sagt Löser bei einem Pressegespräch am Dienstag. Doch jetzt komme es darauf an, abzusichern, dass der Herzogin Garten auch über die vertraglich geregelte Zeit von fünf Jahren hinaus weiter kostenlos geöffnet bleibt. „Dresden sucht händeringend nach Flächen, wo Bäume gepflanzt und neue Grünflächen gestaltet werden können. Da müsste die Stadt doch größtes Interesse daran haben, weiter beeinflussen zu können, was mit dem Herzogin Garten geschieht.“ Mit Wahlkampf habe das nichts zu tun, sagt Löser.

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Seine Fraktion will einen Antrag in den neuen Stadtrat einbringen, dass die Verwaltung prüfen soll, wie sie dauerhaft sichern kann, dass der Herzogin Garten jedermann ohne Gebühr offen steht. Nach Lösers Informationen koste es in den ersten Jahren rund 30 000 Euro, den Park in Schuss zu halten. Später, wenn die Pflanzen älter sind, würde es günstiger. „Das Geld muss dann natürlich in den Haushalt eingestellt werden“, sagt er.

Der Herzogin Garten, wie er sich noch 2013 präsentierte: Als zugewachsene Brachfläche. Im Vordergrund ist das letzte erhaltene Teilstück der Orangerie zu sehen. 
Der Herzogin Garten, wie er sich noch 2013 präsentierte: Als zugewachsene Brachfläche. Im Vordergrund ist das letzte erhaltene Teilstück der Orangerie zu sehen.  © Archivbild: Peter Hilbert

Nötig werden diese Überlegungen, weil Reinhard Saal den Herzogin Garten verkaufen möchte. Nach seinen Informationen habe er mehrere Interessenten, darunter auch eine Bürgerinitiative, die sich extra zum Parkerhalt zusammengefunden habe. Doch er habe noch nicht geprüft, ob die Bewerber die nötigen Voraussetzungen haben. Der eine Euro, für den Saal den Park abgeben will, ist dabei sicher nicht das Problem. Vielmehr geht es darum, ob die Bewerber den Park pflegen und unterhalten können.

Grünen-Politiker Löser schließt nicht aus, dass die Stadt den Park kauft. Es sei durchaus eine Option. „Vielleicht gibt es ja auch einen Mäzen, der sich an den Unterhaltskosten beteiligt“, sagt Löser. In Städten wie Hamburg gebe es so etwas schon. Denkbar wäre auch, dass ein anderer Interessent den Park erwirbt und die Stadt nur ein Mitspracherecht erwirkt.

Seit Freitag ist der Herzogin Garten für die Dresdner geöffnet. 
Seit Freitag ist der Herzogin Garten für die Dresdner geöffnet.  © Sven Ellger

Reinhard Saal hätte es besser gefunden, wenn Löser direkt mit ihm über seine Pläne gesprochen hätte. „Ich fühle mich durchaus verpflichtet, den Park zu erhalten“, sagt der Unternehmer. Im Notfall auch über die fünf Jahre hinaus. „Immerhin habe ich da viel Geld investiert.“ Jetzt sucht Saal nach einem passenden Gärtner. Bisher haben Mitarbeiter der Saal GmbH die Pflege übernommen, die sich um Saals Wohnanlagen und den Golfplatz in Herzogswalde kümmern. Doch aufgrund der Trockenheit seien trotz Bewässerung auch schon Pflanzen eingegangen, sagt Saal. Auf Besucher wirkt der Park allerdings äußerst gepflegt, vieles blüht gerade.

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Reinhard Saal will den Park in Dresden noch immer verkaufen. Das habe aber keine Folgen für die öffentliche Nutzung, sagt er.

Eine Idee würde Löser indes gern noch zum Herzogin Garten beisteuern. Eine Skulptur des US-Künstlers Frank Stella würde nicht nur ein weiterer Hingucker im Park sein, sondern auch an die jüngere Geschichte des Areals erinnern. Denn 1992 hatte der Kölner Kunstsammler Rolf Hoffmann die Idee, dort eine Ausstellungshalle zu bauen, die weltweite Aufmerksamkeit erregen sollte. Als Architekt sollte Frank Stella agieren, der bis dato kaum Erfahrungen in der Architekturszene gesammelt hatte. Finanziert werden sollte es über eine private Stiftung. Im Vorfeld gab es kontroverse Diskussionen über das Projekt in der Stadtgesellschaft. Jubel über die moderne Architektur hier, komplette Ablehnung über den Bau gegenüber dem Zwinger da. Schließlich wurde der Stella-Bau abgelehnt. „Doch jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, eine Stella-Skulptur zu erwerben und am früheren Ort des Geschehens aufzustellen“, so Löser.

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