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Dresden: Rekord beim Wasserverbrauch

Am letzten Julitag wurde mit knapp 152 Millionen Litern das bisherige Jahreshoch in Dresden erreicht. Warum der Wasserverbrauch seit Jahren steigt.

Am vergangenen Freitag wurde der der Jahresrekord beim Wasserverbrauch in Dresden erreicht.
Am vergangenen Freitag wurde der der Jahresrekord beim Wasserverbrauch in Dresden erreicht. © dpa (Symbolbild)

Dresden. Der Wasserverbrauch ist stark von den Temperaturen abhängig. Das wurde auch in der jüngsten Hitzephase deutlich, die sich bis zum vergangenen Wochenende hingezogen hat. „Der bislang höchste Verbrauch in diesem Jahr lag am 31. Juli bei 151.711 Kubikmetern“, erklärt Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann. Das entspricht knapp 152 Millionen Litern an diesem heißen Tag, an dem die Temperatur bis auf 26 Grad gestiegen war. Am vergangenen Sonnabend, dem mit 33 Grad heißesten Tag des Jahres, wurden immer noch 148.506 Kubikmeter verbraucht. Und das, obwohl am Wochenende die Industrie nicht soviel Wasser benötigt wie an Arbeitstagen in der Woche.

Wie stark der Verbrauch von den Temperaturen, aber auch vom Regen abhängig ist, zeigen die vergangenen kühleren Tage. Lieferten die Wasserwerke am Sonntag, als bis zu 30 Grad gemessen wurden, noch 133.222 Kubikmeter, so waren es am Montag nur noch 121.386 Kubikmeter. Da lag die Temperatur allerdings nur bei 19 Grad. „Es ist auch deutlich zu sehen, dass Regenschauer den Tagesverbrauch drastisch sinken lassen“, erläutert die Drewag-Sprecherin.

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Aus der Talsperre Klingenberg kommen rund 60 Prozent des Dresdner Trinkwassers. Das fließt über Stollen und Leitungen nach Coschütz, wo es aufbereitet wird.
Aus der Talsperre Klingenberg kommen rund 60 Prozent des Dresdner Trinkwassers. Das fließt über Stollen und Leitungen nach Coschütz, wo es aufbereitet wird. © Ronald Bonß

Der Verbrauchsrekord vom vergangenen Jahr wurde dieses Jahr aber noch nicht erreicht. Am 26. Juni 2019 mussten die Dresdner Wasserwerke rund 169.000 Kubikmeter liefern. An dem Tag war die Temperatur bis auf 37 Grad gestiegen. Das übertraf sogar den Spitzenwert aus dem langen und heißen Sommer 2018. Da lieferten die Wasserwerke am 1. August etwa 158.000 Kubikmeter.

Dresden wird von drei Werken versorgt. Für sie ist es kein Problem, genügend Trinkwasser aufzubereiten. Immerhin liegt ihre Kapazität bei knapp 240.000 Kubikmetern täglich. Rund 60 Prozent davon kommen aus Coschütz, ein Viertel aus Hosterwitz und 15 Prozent aus Tolkewitz. Ins 1946 übergebene Coschützer Werk, welches das größte Sachsens ist, fließt Wasser über Stollen und Leitungen aus dem Talsperrensystem Lehnmühle und Klingenberg. Im 1908 unter Stadtbaudirektor Hans Erlwein fertiggestellten Hosterwitzer Werk und in der bis 1898 gebauten Tolkewitzer Anlage werden Grundwasser und Uferfiltrat aus der Elbe aufbereitet. Das Coschützer Trinkwasser ist mit einem Härtegrad von 5,8 weich, das Hosterwitzer (8,9) etwas härter und das Tolkewitzer mit 13,3 mittelhart.

Ein Blick in die Filterhalle des größten Dresdner Wasserwerkes in Coschütz.
Ein Blick in die Filterhalle des größten Dresdner Wasserwerkes in Coschütz. © René Meinig

Die Wasserwerker spüren seit Jahren, dass die Stadt wächst. Wurden 2013 täglich im Durchschnitt noch rund 102.000 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht, so waren es 2015 bereits 112.000 Kubikmeter. In den beiden vergangenen, besonders trockenen Jahren ging die Verbrauchskurve mit jeweils rund 118.000 Kubikmetern Trinkwasser täglich noch weiter nach oben. Seit Jahren gibt es einen kontinuierlichen Anstieg. Das wird auch am täglichen Pro-Kopf-Verbrauch der Bevölkerung deutlich. Lag er 2011 noch bei 96 Litern, so waren es 2018 schon 101 Liter und im vergangenen Jahr 102 Liter. Dieser Trend liegt hauptsächlich an der stark wachsenden Industrie. Langfristig wird Dresden noch mehr Trinkwasser benötigen.

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Eine jähe Wende beim Trinkwasserverbrauch hatte es früher allerdings mit der politischen Wende gegeben. Denn zu DDR-Zeiten wurde von dem einst sehr billigen Lebensmittel viel mehr verbraucht. Verbrauchte jeder Dresdner 1989 laut Statistik noch 161 Liter Trinkwasser am Tag, so waren es 1990 nur noch 149, im folgenden Jahr 139 und 1992 noch 114 Liter. Bis 2002 sank der Pro-Kopf-Verbrauch der Bevölkerung auf 96 Liter.

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