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Dresdner entsorgen ihren Müll illegal

Möbel oder Autoreifen werden einfach in Waldstücke geworfen oder auf den Gehweg gestellt. Die Kosten für die Entsorgung steigen. Wo das am häufigsten geschieht.

Oft wird der Müll einfach auf den Gehweg gestellt.
Oft wird der Müll einfach auf den Gehweg gestellt. © Melanie Schröder

Dresden. Kühlschränke, Waschmaschinen oder Hausabfälle: Viele Dresdner stellen diese Dinge einfach illegal im Wald, auf der Wiese oder auf der Straße ab. Im vergangenen Jahr musste die Stadt 418 Tonnen Restabfall, Sperrmüll und Grünabfall von öffentlichen Flächen im Stadtgebiet entfernen. Die Schwerpunktgebiete befinden sich laut Stadt unter anderem in der Neustadt und Prohlis. Als einzelne Orte nennt das Rathaus dabei den Alaunplatz, Toeplerpark, das Gebiet rund um den Elbepark und wenig frequentierte Parkplätze. Die Dresdner hinterlassen ihren Müll aber auch am Spielplatz im Kleinzschachwitzer Waldpark, am zukünftigen Wissenschaftsstandort Reick am Rudolf-Bergander-Ring oder am Jacob-Winter-Platz. 

Etwa 1.000 Meldungen gehen jährlich zu illegalen Ablagerungen beispielsweise über die Dreck-weg-App, Bürgerbeschwerden oder Meldungen des Stadtordnungsdienstes ein, hinzu kommen eigene Beobachtungen.

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Eine vermehrte und achtlose Müllentsorgung beobachtet auch Diana Jacob von der Wohnungsgenossenschaft "Glückauf" Süd Dresden. "Wir sehen seit einigen Jahren auch in unseren Wohngebieten und zwar vorrangig in und an Müllboxen, wo Sperrmüll einfach abgestellt wird. Auf den Freiflächen wird nichts deponiert." Diese Müllentsorgung sei nicht in allen Wohngebieten gleich, sondern komme vor allem in Prohlis, in Reick, in Zschertnitz und in Räcknitz vor. Vorrangig werden Möbel, aber auch Sondermüll oder Elektrogeräte wie Fernseher, Kühlschränke und Mikrowellen abgestellt. Sie beobachtet, dass der Anteil an elektronischen Geräten zugenommen hat. 

In den vergangenen Jahren seien die Mengen insgesamt deutlich gestiegen, so Jacob. Während 2017 neun Tonnen Sperrmüll entsorgt wurden, waren es 2018 bereits 13 Tonnen und 2019 sogar 17 Tonnen. Die "Täter" seien nicht bekannt. "Eine Ursache ist die Bequemlichkeit der Bürger für die Fahrt zum Wertstoffhof sowie der Kostenbeitrag für die Entsorgung und natürlich die Gewohnheit, dass der Hauswart regelmäßig erscheint und den Müll wegräumt", sagt die Sprecherin der Wohnungsgenossenschaft.

Auch Vonovia-Sprecherin Bettina Benner beobachtet Mülltourismus, sei es beim Hausmüll, aber auch illegal abgestellter Sperrmüll. "Wir machen unsere Mieter immer wieder darauf aufmerksam, wie und in welcher Form Müll entsorgt werden muss", so Benner. Beim Hausmüll seien die Objektbetreuer aktiv, Sperrmüll lasse die Vonovia entsorgen. "Die Kosten versuchen wir auch an den Verursacher weiterzugeben. Die Kosten kann ich nicht beziffern, da sie immer variieren", sagt Benner.

Leider würden die Mieter nachts nicht mehr benötigte Gegenstände im Treppenhaus oder allgemein zugängigen Flächen abstellen. Fluchtwege würden blockiert und Leben gefährdet.

Was wird entsorgt?

Schwerpunktmäßig werden Restabfall, Sperrmüll, Haushaltsgroßgeräte und
kleinere Elektroaltgeräte im öffentlichen Raum erfasst. So wurden 2019 beispielsweise 148 Kühlgeräte, 183 Haushaltsgroßgeräte und 1.953 Elektrokleingeräte eingesammelt.
Darüber hinaus werden auch Bauschutt, Autoreifen, Waschbecken, Schränke,
Sofas, Einkaufswagen, Grünschnitt von Sträuchern und Rasen sowie Laubsäcke
beräumt.

Wer entsorgt den Müll?

Kleine Dinge bis zum Einkaufswagen werden im Rahmen der Grünanlagenpflege
beräumt. Sind die Abmessungen größer wird mit der Beräumung und Entsorgung
ein qualifiziertes Entsorgungsunternehmen beauftragt.

Was müssen Müllsünder bezahlen?

2019 zahlte die Stadt für die Sammlung und Entsorgung der illegalen Ablagerungen  knapp 201.150 Euro. In den Grünflächen werden folgende Maßnahmen getroffen: Die Durchgänge zur Leerung der Abfallbehälter und der allgemeinen Müllrunden werden erhöht. Weiterhin werden zusätzliche Sperrmüllrunden auf Bau-Vorhabens-Flächen durchgeführt. Durch diesen Mehraufwand fehlen die gebundenen Arbeitskräfte für die Grünanlagenpflege an sich.

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Soweit möglich, werden auch die Verursacher ermittelt und eine
Ordnungswidrigkeit zur Anzeige gebracht. Gerade bei illegalen Ablagerungen
gelingt dies aber nur in Einzelfällen. Über die Höhe des Bußgeldes entscheidet
die Bußgeldstelle der Landeshauptstadt Dresden auf der Grundlage der
geltenden Abfallwirtschaftssatzung.

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