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Wann ist Normalbetrieb an Dresdens Schulen?

Die Wahl zum Bildungsbürgermeister wurde für Jan Donhauser (CDU) zum Krimi. Im SZ-Interview spricht er über den Zoff in der CDU und erklärt seine Pläne.

Von Andreas Weller
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Jan Donhauser (CDU) ist zum neuen Dresdner Bildungsbürgermeister gewählt worden.
Jan Donhauser (CDU) ist zum neuen Dresdner Bildungsbürgermeister gewählt worden. © Marion Doering

Dresden. Wenige Tage vor der Wahl bekam CDU-Fraktionschef Jan Donhauser Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Die FDP nominierte CDU-Stadträtin Petra Nikolov. Dadurch entbrannte ein Streit innerhalb der CDU.

Am Donnerstag wurde Donhauser dann gewählt. Sobald Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sein Einverständnis erklärt, ist der CDU-Mann Dresdens neuer Bildungsbürgermeister, zuständig für Bildung und Jugend. Im Interview haben wir mit ihm über die Wahl-Kontroverse, die geplante Zusammenarbeit mit dem OB und seine Ziele als Bürgermeister gesprochen. 

Herr Donhauser, vor Ihrer Wahl gab es ziemlichen Zoff innerhalb der CDU.

Das wird eine der großen Herausforderungen für die Fraktion in den nächsten Wochen. Aber die Fraktion ist handlungsfähig. Ich bin zuversichtlich, dass sie wieder zueinander findet.

Was sagen Sie zu Ihrer Konkurrentin Frau Nikolov?

Dazu möchte ich mich öffentlich nicht äußern.

Weshalb haben Sie sich entschieden, zu kandidieren?

Ich denke, dass ich die notwendige politische und berufliche Erfahrung mitbringe und Dresden in dem Bereich Bildung und Jugend weiterbringen kann. Ich war Lehrer, Schulleiter, beim damaligen Regionalschulamt, im Kultusministerium und leite derzeit die Akademie der Landesstiftung Natur und Umwelt, wo es ebenfalls um Bildung geht. Zudem bin ich seit 2009 Stadtrat und seit 2014 Fraktionsvorsitzender der CDU.

Im Dezember haben Sie den Oberbürgermeister zum Rücktritt aufgefordert. Wie wollen Sie da gut zusammenarbeiten?

Wir haben uns ausgesprochen. Damit ist die Sache erledigt. Zudem zeigt doch die Corona-Krise, dass die Zusammenarbeit zwischen Oberbürgermeister und Stadtrat deutlich an Qualität gewonnen hat.

Zu Corona: Gibt es nach den Sommerferien wieder regulären Schulbetrieb?

Das wird zweifellos von den Infektionszahlen abhängen. Wenn es sich so entwickelt wie derzeit, gibt es die berechtigte Hoffnung dafür. Wenn es möglich ist, wäre es wünschenswert, zum Regelbetrieb überzugehen.

Auch weil Corona die Bildungsschere weiter auseinander gehen lässt?

Regelbetrieb ist immer vorzuziehen. Wenn Kinder zu Hause lernen müssen, bringt das Einschränkungen mit sich. Das gilt aber nicht nur für lernschwächere Schüler, sondern auch für besonders Begabte. Lehrer können sie in den Schulen natürlich besser fördern.

Wie wollen Sie für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen?

Mein Vorgänger, Hartmut Vorjohann, hat mit der kommunalen Bildungsstrategie einen wichtigen Impuls gesetzt. An dieser werde ich festhalten. Dabei geht es um gezielte Förderung unter anderem mit mehr Personal, beginnend in den Kitas. Diese Strategie möchte ich weiter verstärken, wenn die Evaluation zeigt, dass sie erfolgreich ist. Dazu bedarf es natürlich auch einer guten Abstimmung mit dem Kultusministerium.

Bringt die Strategie denn was?

Die Ergebnisse kenne ich noch nicht. Aber ich weiß aus der Erfahrung als Schulleiter, dass ein erhöhter Personaleinsatz für diejenigen, die Unterstützung benötigen, per se etwas bringt. Ich werde in den ersten Wochen mit den Kollegen aus dem Bildungsbüro, Schulverwaltungsamt und Kita-Eigenbetrieb besprechen, wie der Stand ist. Verwaltung und Stadtrat bereiten sich gerade auf die Haushaltsverhandlungen vor. Wenn es notwendig ist, muss ich dann schnell nachsteuern können.

Was wollen Sie zusätzlich erreichen?

Zu guten Kitas und Schulen gehören nicht allein überzeugende inhaltliche Konzepte. Auch der äußere Rahmen unterstützt die engagierte Arbeit unserer Pädagogen und motiviert die Kinder und Jugendlichen zur Anstrengung. Das will ich vorantreiben.