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Dresden

Jetzt zieht der Frühling ins Dresdner Palais

Pünktlich am Freitag eröffnet im Großen Garten die bedeutendste Frühlingsblumenschau Deutschlands. Auch dank der 76-jährigen Brunhild Schandert.

Zwei Tage im Dauereinsatz: Brunhild Schandert macht sich mit Vorliebe die Hände für den Dresdner Frühling schmutzig.
Zwei Tage im Dauereinsatz: Brunhild Schandert macht sich mit Vorliebe die Hände für den Dresdner Frühling schmutzig. © Sven Ellger

Dresden. Was macht eine Kartoffel in einer Frühlingsblumenausstellung? Sie blüht. Wer weiß denn heutzutage schon noch, dass die Kartoffel einst als Zierpflanze nach Europa kam? Nun steht die Knolle zwar nicht gerade im Verdacht, ein Frühlingsbote zu sein, doch die ab Freitag geöffnete Ausstellung „Dresdner Frühling im Palais“ will die ganze Kunst des Gartenbaus durch die Jahrhunderte begleiten. „Blütezeiten“ heißt der dazu passende Titel, und daran hatte einst nun mal auch die Kartoffel ihren Anteil.

Wenige Tage vor Beginn der Ausstellung wird im Palais im Großen Garten noch kräftig gebuddelt und gepflanzt. Insgesamt rund 40.000 Blumen sollen an den ihnen zugewiesenen Platz, sodass sie gemeinsam eine duftende und farbenprächtige Blütenwelt bilden mögen.

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Am Montag war großer Liefertag. Nur zwei Tage blieben den vielen Helfern mit den grünen Daumen von da an, aus einer riesengroßen Gärtnerei mit unzähligen Regalen auf Rollen eine inspirierende Ausstellung zu machen. Während der Großteil der Blumen von 30 regionalen Gärtnereien geliefert wurde, kümmern sich vor Ort vor allem frühere Gärtner um die Pflanzungen. Auch im Ruhestand spüren sie noch gern die Erde unter ihren Fingern.

Nur nicht den Überblick verlieren: Andrea Schiertz rückt die letzten Pflänzchen an ihre Plätze.
Nur nicht den Überblick verlieren: Andrea Schiertz rückt die letzten Pflänzchen an ihre Plätze. © Sven Ellger

Während die meisten der Helfer mit Fug und Recht Gartenexperten genannt werden dürfen, ist Brunhild Schandert hier eine Exotin. Als Physikalisch-technische Assistentin arbeitete die 76-Jährige einst in der Forschung, während ihr Mann studierter Gartenbauer ist. „Ich bin Hobbygärtnerin mit Leib und Seele“, sagt Brunhild Schandert, die sich zu Hause in Omsewitz um 5.000 Quadratmeter Garten kümmert.

Beim Frühling im Palais engagiert sie sich schon seit acht Jahren. Anfangs wurde sie nur für den Einlass eingesetzt, doch mit der Zeit arbeitete sie sich hoch. „Oder besser runter“, verbessert sie lächelnd und zeigt auf den Boden. Zwar mache ihr der Rücken trotz des vielen Bückens noch keine Scherereien, dafür habe sie aber schon nach einem Tag schlimmen Muskelkater im Po gehabt.

Konkret arbeitet Brunhild Schandert an der Zukunft, also dem Bereich der Ausstellung, der sich mit dem Jahr 2120 beschäftigt. Welche Blumen bis dahin angesagt sein werden, wissen zwar weder sie noch die Chefdesignerin Bea Berthold, doch die vielen bunten Blumenkreise könnten gut Seifenblasen als Ideen symbolisieren, von denen einige in den Himmel steigen und andere zerplatzen.

Auch zahlreiche historische Sandsteinstatuen wurden in die Ausstellung eingebunden.
Auch zahlreiche historische Sandsteinstatuen wurden in die Ausstellung eingebunden. © Sven Ellger

Bevor die Besucher sich allerdings selbst ein Bild von dieser Zukunft machen können, muss sich Brunhild Schandert noch mächtig drehen. Von morgens 8 Uhr bis zum Sonnenuntergang wuselt sie durch die Gänge, wässert, rückt, pflanzt und verliert selbst dann nicht ihr Lächeln, wenn die Designerin ein Bild doch lieber noch einmal neu gestaltet haben will. „Das gehört dazu, und deswegen gibt es hier nie ein böses Wort“, sagt die 76-Jährige. Sagt es, und greift sich eine Stiege Primeln. Die Zukunft wartet nicht.

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Der Dresdner Frühling im Palais kann vom 28. Februar bis 8. März täglich von 9 bis 20 Uhr besucht werden. Eintritt: 11,50 Euro, ermäßigt 6,50 Euro.

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