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Kämpfen die Dampfer-Freunde umsonst?

Der Verein "Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt" will die Dresdner Schiffe übernehmen und sammelt dafür Geld. Doch ihm fehlen wichtige Informationen.

Auch Dynamo Dresden, hier Präsident Holger Scholze (r.) und Ehrenspielführer Dixie Dörner zusammen mit Vereinschef Dirk Ebersbach (l.), hilft bei der Spendensammlung.
Auch Dynamo Dresden, hier Präsident Holger Scholze (r.) und Ehrenspielführer Dixie Dörner zusammen mit Vereinschef Dirk Ebersbach (l.), hilft bei der Spendensammlung. © Archiv/Christian Juppe

Dresden. 5.000 Euro - das war der bisher größte Betrag, den ein Spender dem Verein "Weiße Flotte Dresden - Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt" überwiesen hat. Das Geld ist auf einem speziellen Konto für solche Großspenden eingegangen, das die stellvertretende Vereinsvorsitzende Nicole Scholze unterhält. Die Besonderheit: Dieses Geld wird zurückgezahlt, wenn der Spendenzweck nicht umgesetzt werden kann. Genau danach sieht es im Moment aus.

Doch der Verein will sich im Rennen um die Flotte nicht geschlagen geben. Zwar hat er seit Tagen nichts mehr gehört von Sanierungsgeschäftsführer Burkhard Jung, er wähnt sich aber dennoch weiter im Wettbewerb um die Übernahme der Sächsische Dampfschiffahrt (SDS) samt ihren Tochterunternehmen. "Ich gehe weiter davon aus, dass wir ernst genommen werden", umschreibt das der Vereinsvorsitzende Dirk Ebersbach. 

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Dagegen spricht allerdings, dass die Geschäftsführung der Flotte vor etwa zehn Tagen berichtet hat, es lägen drei ernstzunehmende Angebote von "seriösen" Interessenten vor, mit denen nun noch weitere Gespräche geführt werden müssten. Am Ende dieser Gespräche stand ein Termin, bei dem diese drei Angebote dem Gläubigerausschuss vorgestellt wurden. Nun soll aus diesen drei Bietern derjenige ausgewählt werden, der am Ende den Zuschlag erhält. Die Bewerbung des Vereins wurde dabei offenbar nicht als seriöses Angebot eingestuft.

Das Treffen mit den Gläubigern war am Montag. Mit dem Weiße-Flotte-Verein hat in der Woche zwischen Bekanntgabe der Bieterzahl und dieser Sitzung niemand aus der Chefetage der Flotte gesprochen. Ein schlechtes Zeichen? "Es gibt keine faktischen Aussagen zur Position des Vereins", sagt Ebersbach. Weder positive noch negative, soll das heißen, also alles offen. "Ich vermute, dass es nicht ganz optimal läuft", sagt der Vereinschef und meint damit das gesamte Auswahlverfahren. "Man hält sich vermutlich noch alle Optionen offen."

Unterdessen bemühen sich die Vereinsmitglieder weiter, möglichst viel Spendengeld einzusammeln. Namhafte Unterstützer helfen dabei. Ralf J. Kutzner, der Chef des Hotels Bülow Residenz und des Bülow Palais, hat zu Spenden aufgerufen, im Travestie-Theater Carte Blanche hörte das Publikum von der Spendensammlung, Schauspieler Peter Kube und Dixieland-Chef Joachim Schlese rührten die Trommel für den Verein. Selbst Schlagerstar Roland Kaiser macht mit bei der Spendenwerbung. 

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Vom Spendenziel - einer einstelligen mittleren Millionensumme - ist der Verein noch weit entfernt. Rund 100.000 Euro seien auf den zwei Konten bisher eingegangen, sagt Ebersbach, auf dem Konto für die Großspender und auf einem zweiten für kleinere Beträge. Und auch wenn es nicht gut aussieht für die Freunde der Weißen Flotte: Aufgeben ist nicht ihre Sache. Sie sammeln weiter Spenden. Wenigsten so lange, bis sie wissen, ob sie noch eine aussichtsreiche Position im Bieterverfahren haben.

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