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Keine Prämie nach 40 Jahren im Rathaus

Kornelia Haase hat ihr Leben in der Dresdner Stadtverwaltung verbracht. Gut 40 Jahre war die Betriebswirtin bei der Stadt beschäftigt, nun ging sie verärgert.

Kornelia Haase will weder Geld noch Blumen, sondern eine ordentliche Regelung für alle, die lange im Rathaus gearbeitet haben.
Kornelia Haase will weder Geld noch Blumen, sondern eine ordentliche Regelung für alle, die lange im Rathaus gearbeitet haben. © Sven Ellger

Dresden. Nein, Kornelia Haase hat keine goldenen Löffel gestohlen oder sich sonst etwas zu Schulden kommen lassen. Die 66-Jährige ist nun im wohlverdienten Ruhestand und hat davor gut 40 Jahre in der Dresdner Stadtverwaltung gearbeitet.

Eigentlich gibt es zu so einem Jubiläum auch eine Extra-Zahlung. So ist es in der Richtlinie Arbeits- und Dienstjubiläen der Stadt geregelt. Beschäftigte der Stadt bekommen nach 25 Jahren einen weiteren Urlaubstag und 350 Euro als Prämie. Nach 40 Jahren kommt ein weiterer freier Tag dazu und 500 Euro Jubiläumsgeld.

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Nicht so bei Haase. Sie hat am 1. November 1979 im Stadtbezirk Mitte angefangen. Sie kam als Diplom-Ingenieurin für Ökonomie in die Stadtverwaltung. Das ist vergleichbar mit einem Abschluss als Betriebswirt.

Nach der Wende ging es für Kornelia Haase ins Sozialamt. Sie wurde als Sachgebietsleiterin Sozialplanung tätig. Danach stieg sie auf zur Leiterin des Geschäftsbereichscontrollings Soziales.

Ihr 40. Dienstjubiläum hatte sie dann am 1. November 2019. Da war Haase bereits in der Freistellungsphase ihrer Altersteilzeit. "Der Oberbürgermeister ruft einmal im Jahr alle Jubilare zusammen", berichtet Haase. Da gibt es Blumen und Sekt. "Doch es tat sich nichts."

Im vergangenen Jahr wollte Haase das intern über das Personalamt klären. "Da bekam ich zur Antwort, ich habe keinen Anspruch, da ich das Geld durch die Altersteilzeit nicht habe ansparen können." 

Zahlung an Jubilare soll "wohlwollend geprüft" werden

Seit Januar ist Kornelia Haase offiziell im Ruhestand. Also schrieb sie mehrfach als Bürgerin und ehemalige Kollegin an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Schließlich erhielt sie vom für Personal zuständigen  Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) eine Antwort. Darin heißt es: "In der Freizeitphase der Altersteilzeit kommt das gebildete Wertguthaben zur Auszahlung. Ich bedauere sehr, dass wir Ihnen das Jubiläumsgeld nicht gewähren können." Das entspreche der "zutreffenden Rechtsanwendung". Er bedauere, dass sie keine Blumen erhalten habe und sie könne sich einen Strauß noch abholen.

Laut Verwaltungsverordnung gilt,  wer bereits in der Freizeitphase ist, dem steht offiziell keine Prämie mehr zu. Doch in einem Protokoll einer Dienstberatung des Oberbürgermeisters vom 27. März 2018 hat OB Hilbert verfügt, dass eine Zahlung auch an Jubilare in der Freizeitphase "wohlwollend zu prüfen" sei.  

Kornelia Haase will es genau wissen. "Ich war auch in der Arbeitsgruppe Personalentwicklung, habe viel darüber nachgedacht." Es gehe auch darum, die Netzwerke der ehemaligen Mitarbeiter für die Verwaltung nicht einfach verloren gehen zu lassen. "Außerdem betont die Verwaltungsspitze regelmäßig, dass die Stadt sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren muss", so Haase. Da gehöre auch eine Regelung zum Jubiläumsgeld dazu. So viele Personen könne das ja nicht betreffen. Nach Auskunft der Stadtverwaltung, die mehr als 7.000 Beschäftigte hat, handelt es sich um sechs Mitarbeiter im Jahr 2019.

"Ich will weder Geld noch Blumen", erklärt Kornelia Haase. "Mir geht es um eine ordentliche Regelung, die dann für alle gilt." Auf Anfrage der SZ im Bereich von Lames heißt es, man habe es wohlwollend geprüft und das Ergebnis sei, es gibt kein Geld. 

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