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Brückenbauer am Alberthafen ziehen durch

Das kleine Blaue Wunder in Dresden wird saniert. Warum die Stadt jetzt zuversichtlich ist, dass der Zeitplan gehalten werden kann.

Verhüllt ist die zweite Hälfte des kleinen Blauen Wunders über die Schiffszufahrt am Alberthafen. Unter den Planen wird gearbeitet.
Verhüllt ist die zweite Hälfte des kleinen Blauen Wunders über die Schiffszufahrt am Alberthafen. Unter den Planen wird gearbeitet. © Marion Doering

Dresden. Das Blaue Wunder hat eine kleine Brückenschwester. Die überspannt die Schiffszufahrt zum Dresdner Alberthafen. Beide denkmalgeschützen Bauwerke wurden 1893 übergeben und sind somit fast 127 Jahre alt. Entworfen hatte sie Claus Köpcke, der als Geheimer Finanzrat im Finanzministerium für Brücken im Königreich Sachsen zuständig war.

Vor knapp zwei Jahren hatte die Sanierung der Brücke über die Schiffszufahrt zum Alberthafen begonnen. Über die Hälfte der Arbeiten an dem 77 Meter langen Bauwerk ist geschafft. Das ist daran sichtbar, dass die schützenden weißen Planen an der einen Seite schon gefallen sind und nun den zweiten Teil der Stahlfachbrücke verhüllen. Darunter arbeiten die Sanierer.

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Allerdings hat die Coronakrise die Instandsetzung gebremst. Denn die Arbeiter aus Tschechien durften im März nicht wieder einreisen. Sie hatten das Stahlfachwerk gereinigt. Es musste mit Sandstrahlen von alter Farbe, Rost und Schmutz befreit werden. Parallel zum Abstrahlen hatten die Arbeiter begonnen, die ersten der insgesamt vier blauen Farbschichten aufzutragen. Da sie aber nicht wieder einreisen durften, waren nur noch vier Stahlbauer der beauftragten Firma Fuchs Bau aus dem sächsischen Hainichen aktiv. Um die Zeitverzögerung möglichst gering zu halten, waren die Stahlbauarbeiten vorgezogen worden.

Mittlerweile konnten die tschechischen Arbeiter jedoch wieder einreisen. Somit werden die Anstricharbeiten fortgesetzt, teilt das Straßenbauamt mit. Damit werden derzeit sowohl die Korrosionsschutz- als auch die Stahlbauarbeiten an der 127 Jahre alten Brücke ausgeführt.

Diesen Ersatzweg müssen Fußgänger und Radfahrer derzeit nutzen, während die Brücke (l.) saniert wird. Der erste Teil ist bereits instandgesetzt und frisch gestrichen.
Diesen Ersatzweg müssen Fußgänger und Radfahrer derzeit nutzen, während die Brücke (l.) saniert wird. Der erste Teil ist bereits instandgesetzt und frisch gestrichen. © Marion Doering

Geplant ist, dass auf der gut erhaltenen Fahrbahnplatte aus Buckelblechen ein 5,50 Meter breiter Geh- und Radweg hergestellt wird. Die Stahlkonstruktion der denkmalgeschützten Brücke bleibt aber in ihrer gesamten Breite erhalten. Aufgrund ihrer nicht mehr ausreichenden Tragfähigkeit musste sie vor sechs Jahren für Autos gesperrt werden. Für Fußgänger und Radfahrer gibt es während der Sanierung keine Einschränkungen, da direkt neben der Brücke ein provisorischer Weg angelegt wurde.

"Die Rückverlegung des Radweges soll nach derzeitigem Zeitplan im Oktober erfolgen", erklärt das Straßenbauamt. Das zeigt sich optimistisch, dass der Zeitplan noch zu halten ist. Die Brückensanierung soll bis Jahresende abgeschlossen werden. Die Stadt investiert rund 3,5 Millionen Euro. 90 Prozent davon sind Fördermittel des Freistaates.

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