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"Kopfnoten gehören abgeschafft"

Denn sie bestrafen nicht nur Jugendliche, die introvertiert sind, findet Sächsische.de-Redakteurin Sarah Herrmann. Ein Kommentar gegen die Kopfnoten.

Von Sarah Herrmann
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© Bildstelle

Den Zopfgummi beim Sportunterricht vergessen, verschlafen oder die Hausaufgaben nicht gemacht, weil die Feier am Wochenende mal wichtiger war – schon geht es mit der Kopfnote im Bereich Ordnung bergab. Die Frage ist, ob unseren Kindern deshalb die Zukunft verbaut werden sollte. Lehrer betonen, wie wichtig die Kopfnoten seien, weil Ausbildungsbetriebe darauf großen Wert legen. Aber genau das ist das Problem. 

Was sagt schon die Fleiß-Zensur eines Schülers darüber aus, wie er sich in der Ausbildung einbringt. In der Schule interessiert ihn vielleicht vieles nicht. Seine Ausbildung sucht er sich aber freiwillig nach seinen eigenen Interessen und Stärken aus. Und wollen wir wirklich Jugendliche bestrafen, die introvertiert sind und deshalb im Unterricht nicht mitarbeiten, sondern den Stoff lieber alleine zuhause lernen?

Die Kopfnoten sind in ihrer jetzigen Form überholt. Klar: Wer den Unterricht absichtlich massiv stört, sollte einen entsprechenden Verweis auf dem Zeugnis haben. Und auch wer sich über die Maßen einbringt, sollte dafür belohnt werden. Dafür reicht allerdings eine schriftliche Beurteilung. Die Noten für Ordnung, Fleiß, Betragen und Mitarbeit gehören abgeschafft.

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