merken
PLUS Dresden

Kritik an Dresdens Schulbauplänen

In der Johannstadt sollen sich das Bertolt-Brecht-Gymnasium und die 101. Oberschule einen Campus teilen. Das sorgt für Kritik.

Mit dem Abriss des Bertolt-Brecht-Gymnasium würde ein weiteres Schulhaus vom Typ Dresden Atrium verschwinden.
Mit dem Abriss des Bertolt-Brecht-Gymnasium würde ein weiteres Schulhaus vom Typ Dresden Atrium verschwinden. © Sven Ellger

Dresden. Die Idee ist umstritten: Die Stadt will das Schulgebäude des Bertolt-Brecht-Gymnasiums an der Lortzingstraße abreißen lassen und das Grundstück für zwei Neubauten nutzen. Einen für das Gymnasium, einen zweiten für die 101. Oberschule. In beiden Schulen lernen Kinder aus vielen verschiedenen Nationen, die pädagogische Arbeit ist anspruchsvoll. Dass sie sich einen Campus teilen sollen, sorgt für Kritik. 

Bereits im Mai, als die Pläne für den Johannstädter Campus aufgrund einer Anfrage von SPD-Bildungsexpertin Dana Frohwieser bekannt wurden, äußerte Frohwieser Unverständnis dafür, dass damit ein weiteres Schulhaus Typ Dresden Atrium aus DDR-Zeiten aus der Stadt verschwinden würde. "Dabei standen diese Baupläne der TU Dresden im eingesperrten Ostteil Deutschlands gerade für ein freies, helles, luftiges Schulwesen, für ein modernes Bildungswesen, ein Gebäude orientiert an reformpädagogischen Ideen", so die SPD-Stadträtin. 

Anzeige
Ihre Berufserfahrungen sichtbar machen
Ihre Berufserfahrungen sichtbar machen

Der neue „ValiKom Transfer“ - Alle Verfahren der IHK Dresden und Handwerkskammer Dresden wurden bisher erfolgreich beendet!

Die Begründung für Abriss und Neubau an der Lortzingstraße bezeichnet sie als "irrwitzig". Denn eigentlich sollte die 101. Oberschule einen Neubau auf der Cockerwiese beziehen - neben einer neuen vierzügigen Grundschule. Schon das wurde wegen mangelnden Platzes kritisiert. Auf dem Grundstück des Bertolt-Brecht-Gymnasiums sei aber nicht viel mehr Platz, so Frohwieser. Mit der Folge, dass mehr als 1.000 Gymnasiasten und bis zu 500 Oberschüler auf dem Campus lernen würden.

Plan für Cockerwiese schnell umsetzen

Dabei drängt die Zeit. Schon ab kommendem Schuljahr muss sich die 101. Oberschule ihren jetzigen Standort an der Pfotenhauerstraße mit dem neuen Gymnasium Johannstadt teilen. Spätestens 2025 wird der Standort zu klein und die 101. Oberschule benötigt einen neuen. Deshalb fordert Stadtrat Torsten Nitzsche von den Freien Wählern, an den Plänen für die Cockerwiese festzuhalten. Auch, damit die Schulen Planungssicherheit haben. "Das betrifft die Oberschule, genauso wie die Grundschule und die Gymnasien. Sie brauchen eine verlässliche Perspektive für ihre Entwicklung und kein Hickhack", so Nitzsche. 

Schließlich sei der Doppelstandort auf der Cockerwiese entwickelt und vom Stadtrat beschlossen worden, um die Schulplätze in der Altstadt zu sichern. "Aus unserer Sicht ist der Plan schnellstmöglich zu realisieren." Zudem befürchtet Nitzsche, dass größere Bauten Probleme an den Schulen noch vergrößern könnten, das würden auch die Schulleitungen so sehen. 

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden