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Pegida-Anhänger schlägt Frau in Kreuzkirche

Die Polizei ermittelt gegen einen 65-Jährigen, der am Pfingstmontag in der Kreuzkirche während eines Friedensgebets auf eine Mitarbeiterin losgegangen ist.

Gestört vom Geläut der Kreuzkirche? Pegida-Demonstranten am Pfingstmontag.
Gestört vom Geläut der Kreuzkirche? Pegida-Demonstranten am Pfingstmontag. © privat

Dresden. Am Rande der Pegida-Demo am Altmarkt ist es am Pfingstmontag zu einem weiteren Übergriff gekommen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Demnach sei ein 65-jähriger Mann gegen 16 Uhr in die Kreuzkirche gestürmt und habe ein parallel zur Pegida-Demo stattfindendes Friedensgebet gestört. 

Bisherigen Ermittlungen zufolge forderte der Mann die Teilnehmer des Gottesdienstes auf, das Glockengeläut einzustellen. Es störe die Versammlung auf dem Altmarkt. Als er aufgefordert wurde, die Kirche zu verlassen, habe er nach einer 44-jährigen Frau geschlagen und sie leicht verletzt. 

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Nun ermittelt der Staatsschutz wegen Körperverletzung gegen den Störer, der offensichtlich Teilnehmer der Pegida-Demo war. Nach Medienberichten soll es sich bei dem Verdächtigen um einen Meißner AfD-Kreisrat handeln.  

Konsequenzen nach Eskalation auf dem Altmarkt

Tatsächlich hatten sich einige Pegida-Teilnehmer auf dem Altmarkt von dem Läuten aus dem Gotteshaus gestört gefühlt. Wenig später kam es auf dem Platz zu weiteren unschönen Szenen. Als die rund 500 selbst ernannten Verfechter der abendländischen Kultur nach ihrem Spaziergang zurückgekehrt waren, hatten sich rund 30 Gegendemonstranten mit Transparenten auf die Kundgebungsfläche gesetzt.

Weil die jungen Leute nicht auf die Polizei-Ansprache reagierten, werteten die Beamten sie als Teil der Pegida-Kundgebung. Doch dass passte einigen der inzwischen zurückgekehrten Pegida-Demonstranten nicht. Sie rannten auf die Gegendemonstranten zu und vertrieben sie aus ihrem Bereich. Die Polizei stellte vor Ort zwei Männer, gegen die wegen Körperverletzung und Beleidigung ermittelt wird.

Thomas Geithner, Sprecher der Dresdner Polizei hatte bereits am Dienstag mitgeteilt, dass diese überraschende Eskalation Konsequenzen haben werde. Die Polizei werde künftig mehr auf den Abstand beziehungsweise eine striktere Trennung der Lager achten. Erst Mitte Mai hätte eine Gruppe der Initiative "Nationalismus raus aus den Köpfen" bei einer Pegida-Demo unmittelbar auf der Versammlungsfläche gestanden und es sei auf beiden Seiten friedlich geblieben, so Geithner. Die Initiative hatte von der Versammlungsbehörde einen Platz vor dem Kulturpalast zugewiesen bekommen, was sie nicht akzeptierte. "Nationalismus raus aus den Köpfen" organisiert seit vier Jahren regelmäßig Gegendemonstrationen.

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