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Waldschlößchen: Weitere Strahler ausgefallen

An der Dresdner Waldschlößchenbrücke ist ein altes Problem noch nicht gelöst. Eine Hoffnung gibt es jedoch bei den LED-Lichtleisten.

Derzeit leuchten die LED-Strahler wieder in den Handläufen der Waldschlößchenbrücke. Doch sie fallen immer wieder aus.
Derzeit leuchten die LED-Strahler wieder in den Handläufen der Waldschlößchenbrücke. Doch sie fallen immer wieder aus. © René Meinig

Dresden. Die Waldschlößchenbrücke wird gut genutzt. Fuhren nach der Eröffnung im August 2013 täglich nur rund 24.000 Autos darüber, so sind es in jüngerer Zeit etwa 37.000. Auch viele Radfahrer und Fußgänger überqueren die Brücke. Aber eins ist für Passanten immer wieder ärgerlich: An manchen Stellen bleibt es immer wieder dunkel.

Und das, obwohl die Brücke eine besondere Technik hat. Ursprünglich sollten auf der Waldschlößchenbrücke normale Straßenleuchten aufgestellt werden. Doch dann wurden für das früher umstrittene Bauwerk LED-Leuchten konstruiert. Sie waren ein Bestandteil des Kompromissvorschlages, mit dem die Stadt den später aberkannten Unesco-Welterbetitel retten wollte. Statt der einst vorgesehenen normalen Straßenlaternen wurden die 1.322 knapp einen Meter langen Lichtleisten an den Geländer-Innenseiten geplant. Vor allem Fußgängern und Radfahrern sollen sie heimleuchten.

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Die etwa knapp einen Meter langen LED-Leuchten sind in den Handläufen montiert. Die LED-Technik sollte eigentlich sehr langlebig sein. Doch kaum waren die Lichtleisten montiert, hauchten sie nach der Brückeneröffnung vor fast sieben Jahren im Dauer-Rhythmus ihr Leben aus. Insgesamt sind schon über 500 Lichtleisten ausgefallen. Allein in diesem Jahr mussten bis Ende März 59 Lichtleisten erneuert werden, teilt das Straßenbauamt mit.

Den Auftrag für Lieferung und Montage hatte einst das Unternehmen Elektro Dresden-West erhalten. Dieses ließ die Leuchten bei der Firma Hess Lichttechnik herstellen, die über Standorte im badischen Villingen sowie in Löbau verfügte. Im sächsischen Werk sollten die Leuchten für die sächsische Waldschlößchenbrücke gefertigt werden, kündigte Firmenchef Christoph Hess einst an. Extra dafür baute er in Löbau ein millionenteures LED-Entwicklungs- und Produktionszentrum aus. Als es Anfang 2013 fertig war, ging die Firma pleite. Zuvor hatte sie die 1.322 Lichtleisten aber noch geliefert.

Allerdings kamen die offenbar aus dem Werk im badischen Villingen, hatten einstige Löbauer Hess-Mitarbeiter der SZ berichtet. Den Betrieb in Villingen gibt es noch heute, den der schwedische Lichthersteller Nordeon übernommen hatte.

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Die Hess-Nachfolgefirma liefert seit vergangenem Jahr auch neue LED-Leuchten, die länger halten sollen. Sie wurden in der Hoffnung getestet, dass sie länger durchhalten. Offenbar mit Erfolg. "Es wurden 40 Lichtleisten der neuen Charge zum Test auf der Waldschlößchenbrücke eingebaut", erläutert das Straßenbauamt. Ihre Lebensdauer ist mit 50.000 Stunden angegeben, was elf Jahren entspricht. Keine davon sei bis jetzt ausgefallen. Ersetzt wurden mussten nur die alten LED-Strahler. Allerdings werden sie nur gewechselt, wenn sie ausfallen. Also wird es auch in den kommenden Jahren weitere dunkle Stellen im Brückengeländer geben.

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