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Immer mehr leere Wohnungen in Dresden

Trotz steigender Nachfrage sind Tausende Apartments unbewohnt. Was sind die Ursachen dafür?

Wohnungen, aber unbewohnbar: Seit langer Zeit steht die Behrsche Villa an der Glacisstraße in der Inneren Neustadt leer. Zumindest in dieses Haus soll bald wieder Leben einziehen.
Wohnungen, aber unbewohnbar: Seit langer Zeit steht die Behrsche Villa an der Glacisstraße in der Inneren Neustadt leer. Zumindest in dieses Haus soll bald wieder Leben einziehen. © René Meinig

Bezahlbare Mieten – das ist eines der Themen Nummer eins in Dresden. Die Preise für Wohnungen steigen immer weiter. Aber gleichzeitig auch die Zahl der Apartments, die unbewohnt sind. Der Wohnungsleerstand lag in Dresden im Jahr 2018 bei 6,4 Prozent. Das waren 19.350 Wohnungen.

Gemessen am Anteil der leerstehenden Wohnungen gibt es die höchsten Leerstände in den Stadtteilen Innere Altstadt mit 18,4 Prozent, in Loschwitz und Wachwitz mit je 12,2 Prozent und in der Wilsdruffer Vorstadt mit 11,3 Prozent. In Loschwitz und Wachwitz ist der Wert überdurchschnittlich hoch, da sich dort noch relativ viele Wohnungen in schlechtem Bauzustand und entlang stark befahrener Straßen befinden, zum Beispiel an der Grundstraße. In den anderen drei Stadtteilen resultieren die überdurchschnittlich hohen Leerstände überwiegend aus Neubauten, die nach ihrer Fertigstellung noch nicht voll bezogen sind.

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Die Ursachen für Leerstand sind unter anderem unklare Eigentumsverhältnisse oder fehlendes Geld der Besitzer, zu sanieren. Gerade in den teuren Vierteln wie dem Weißen Hirsch, Loschwitz und Blasewitz sind manche Villen seit Generationen in Familienbesitz. Sterben dann Mutter oder Vater, streiten sich manchmal die Geschwister, was mit der Immobilie passieren soll. Vermieten? Verkaufen? Bis das geklärt ist, im schlimmsten Fall vor Gericht, vergehen manchmal Jahre. 

2017 standen in der Stadt rund 19.000 der insgesamt rund 300.000 Wohnungen leer. Doch bei diesem Wert handelt es sich laut Stadtverwaltung um den sogenannten Bruttoleerstand. Dieser wird über ein Berechnungsverfahren ermittelt. Dabei wird die Zahl der Wohnungen mit den bewohnten Haushalten abgeglichen. Zieht man von diesem Leerstand die eigentlich unbewohnbaren, also ruinösen oder in der Sanierung befindlichen Wohnungen ab, erhält man den sogenannten strukturellen Leerstand von 2,2 Prozent, was einer Zahl von rund 6.750 leerstehenden Wohnungen entspricht.

Auf die Frage, was die Verwaltung tun will, um den Leerstand zu mindern, heißt es: „Für die Stadt gibt es aktuell keinen Handlungsbedarf, aus wohnungswirtschaftlicher Sicht den Leerstand zu verringern“, so Stadtsprecher Karl Schuricht.

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