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Die letzte Hürde für die Dampfer-Bewerber

Drei potenzielle Geldgeber kommen für die Rettung der Dresdner Flotte infrage. Seit heute sind ihre Angebote einem größeren Kreis bekannt. Nun läuft die Zeit.

Sanierungsgeschäftsführer Burkhard Jung will die Dresdner Dampferflotte erhalten. Das hat der Berliner mehrfach wiederholt.
Sanierungsgeschäftsführer Burkhard Jung will die Dresdner Dampferflotte erhalten. Das hat der Berliner mehrfach wiederholt. © Archiv/Sven Ellger

Dresden. Es bleibt bei drei Bewerbern. Drei potenzielle Investoren aus etwa einem halben Dutzend gelten als ernsthafte Interessenten für die Sächsische Dampfschiffahrt (SDS). Sie haben ein "seriöses Angebot" vorgelegt und sind nun so weit gekommen, dass am Montag die Gläubiger der Flotte erklärt bekamen, zu welchen Konditionen sie bereit sind, bei der SDS einzusteigen. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens auf SZ-Anfrage. 

Der Termin am Montagnachmittag wird noch nicht zu einer endgültigen Entscheidung führen, war aber ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin. Aus diesen drei Bewerbern könnte sich am Ende derjenige herauskristallisieren, der tatsächlich bereit und auch finanziell dazu in der Lage ist, die finanziellen Probleme des Unternehmens zu lösen. Zugleich soll er dafür sorgen, dass die Schiffe weiter auf der Elbe fahren, erklärte SDS-Sanierungsgeschäftsführer Burkhard Jung vor reichlich zwei Monaten, als die Flotte Insolvenzantrag stellen musste.

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Der Termin war am Montagnachmittag um 15 Uhr. Dort stellten Jung und mit ihm Geschäftsführerin Karin Hildebrand und ihr Kollege Jeffrey Pötzsch dem Gremium ihre Auswahl vor. Die ist seit Anfang vergangener Woche, als die Bieterfrist offiziell endete, unverändert geblieben. Die SDS-Geschäftsführung kündigte damals an, mit diesen drei Bewerbern müssten nun noch Details besprochen werden, bevor ihre Konzepte an diesem Montag den Gläubigern präsentiert würden. Mit dabei bei dem Montagstreffen war Frank-Rüdiger Scheffler. Das Amtsgericht hatte den Dresdner Juristen als Sachwalter für das Verfahren eingesetzt. Er hat die Aufgabe, darauf zu achten, dass bei dem Verfahren alle rechtlichen Vorgaben berücksichtigt werden und dass es im Sinne der Gläubiger verläuft. Die Gläubiger sind all die Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen, mit denen das Unternehmen wirtschaftlich verbunden ist und die von der SDS Zahlungen erwarten können.

Etwa binnen vier Wochen soll nach diesem Termin der neue Investor gefunden sein. Vor dieser Entscheidung stehen weitere Verhandlungen mit einem oder mehreren dieser drei Interessenten. Theoretisch könnten auch noch weitere potenzielle Investoren dazukommen. Vorausgesetzt, sie unterbreiten Sanierungsgeschäftsführer Burkhard Jung vor dieser Entscheidung noch ein weiteres, ernstzunehmendes Angebot. Doch Jung sagte bereits gegenüber der SZ: Je später sich ein Geldgeber meldet, um so schwieriger wird es für ihn.

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Die Sächsische Dampfschiffahrt ist nach eigenen Angaben durch zwei aufeinanderfolgende Niedrigwasser-Jahre und die Corona-Pause in finanzielle Schwierigkeiten gekommen. Bereits im vergangenen Jahr stand das Unternehmen kurz vor der Pleite. Sie konnte damals unter anderem abgewendet werden, indem die rund 500 Eigentümer des Unternehmens auf Geld verzichteten. Burkhard Jung arbeitete damals als Fachmann für die Restrukturierung von Unternehmen für die Flotte und erarbeitete ein Sanierungskonzept. Diese Sanierung stand nach seinen Worten kurz vor dem erfolgreichen Abschluss, als Corona alle Finanzpläne der SDS kippte.

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