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Marathon: Viel Verständnis für gesperrte Straßen

Die Diskussion über Sinn und Unsinn von Sportevents in Großstädten ist nicht neu. Unsere repräsentative Umfrage zeigt jetzt, wie die Sachsen dazu stehen.

Rund 8.000 Läuferinnen und Läufer werden am Sonntag beim Dresden Marathon erwartet.
Rund 8.000 Läuferinnen und Läufer werden am Sonntag beim Dresden Marathon erwartet. © Ronald Bonß

Die Liste füllt eine A4-Seite. Zeitpunktgenau sind darauf alle gesperrten Straßen und Wege vermerkt, auf denen an diesem Sonntag die Teilnehmer des Dresden Marathons Vorrecht haben. Vier verschiedene Kurse führen durch die Innenstadt, die klassischen Langstrecken Halbmarathon und Marathon schlängeln sich zudem durch die Neustadt, reichen bis nach Blasewitz und durchqueren den Großen Garten.

Natürlich sind nicht alle Straßen und Wege permanent gesperrt, so wie größtenteils das Terrassenufer, die Steinstraße oder die Devrientstraße, wo sich der große Zielbereich befinden wird. Auf diesen Straßen geht von frühmorgens bis etwa 18 Uhr nichts.

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Der Dresdner Marathon ist, was Anzahl und Dauer gesperrter Straßen angeht, die auffälligste Sportveranstaltung des Jahres in der sächsischen Landeshauptstadt. Die meisten Sachsen nehmen das offenbar gelassen hin. Das zeigt das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage, die Sächsische.de gemeinsam mit dem Meinungsforschern von Civey durchgeführt hat.

Gestellt wurde die Frage: Haben Sie Verständnis, wenn wegen Sportveranstaltungen (z.B. Dresden-Marathon) in sächsischen Städten großräumig Straßen gesperrt werden? Von allen 2.139 Befragten drückten 56,6 Prozent ihr Verständnis aus. 8,5 Prozent konnten sich nicht genau festlegen und 35,0 Prozent sind mit gesperrten Straßen offenbar nicht einverstanden.

Das Gesamtergebnis zeigt: Die Sachsen haben eine relativ hohe Akzeptanz für gesperrte Straßen wegen Sportveranstaltungen.
Das Gesamtergebnis zeigt: Die Sachsen haben eine relativ hohe Akzeptanz für gesperrte Straßen wegen Sportveranstaltungen. © Civey

"Es freut mich, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung für so große Läufe wie unseren gestiegen ist", kommentiert Peter Eckstein das Ergebnis. Der Veranstalter des Dresden Marathon kennt die immer wieder aufkommenden Diskussionen über Sinn und Unsinn von Sportevents auf öffentlichen Verkehrswegen.

"Wir haben bei der Streckenplanung überall, wo es nur geht, Tunnel, Unterführungen oder alternative Wege genutzt, um den Verkehrsfluss nicht unterbrechen zu müssen oder ihn störungsfrei umzuleiten", sagt Eckstein. Alle Sperrungen und Zeiten sind auf der Website des Marathons in einem Dokument aufgelistet (Download pdf).

An insgesamt neun Stellen werden Autoschleusen (siehe Karte oben) eingerichtet, an denen Sicherheitskräfte ein zeitweises Queren der Strecke ermöglichen. Die Dresdner Verkehrsbetriebe haben einen Ersatzfahrplan (Download pdf).

Zudem sei es auch eine bewusste Entscheidung, dass die Marathonstrecke bis auf eine kleine Schleife über die Goetheallee und das Käthe-Kollwitz-Ufer zweimal entlang der Halbmarathon-Runde führt.

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Sollte das die Kritiker nicht überzeugen, nennt Eckstein noch ein wirtschaftliches Argument: "Es kommen 8.000 Läufer aus 70 Nationen. Rund 45 Prozent der gemeldeten Läufer haben einen weiteren Anfahrtsweg als 300 Kilometer. Die meisten dieser Starter kommen das ganze Wochenende nach Dresden und bringen oft auch ihre Familien mit." Basierend auf einer Untersuchung der Sporthochschule Köln aus dem Jahr 2004 gibt es eine aktuelle Hochrechnung, was der Marathon der Stadt Dresden diesmal bringt: ein Netto-Kaufkraftschub von 4,6 Millionen Euro und Steuermehreinnahmen in Höhe von 970.000 Euro.

Zusätzliche Information zur Umfrage mit Civey

An der Umfrage wurde 2.376 Mal teilgenommen. Aus 2.139 Stimmen wurde eine Stichprobe gezogen, die der Grundgesamtheit der sächsischen Bevölkerung entspricht. Wie Umfragen mit Civey funktionieren, wird in diesem Artikel (mit Video) erklärt.

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