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Hier gibt es Joghurt mit Schönheitsfehlern

Die Dresdner werfen tonnenweise Lebensmittel weg. Im Milchwerk in Löbtau bekommt Essen mit kleinen Mängeln eine zweite Chance.

Von Julia Vollmer
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Stefanie Kaiser verkauft Sonderposten, die im normalen Handel nicht mehr angeboten werden.
Stefanie Kaiser verkauft Sonderposten, die im normalen Handel nicht mehr angeboten werden. © Marion Doering

Milch, Joghurt, Tiefkühlpizza – das sind die beliebtesten Produkte im Sonderpostenmarkt „Milchwerk“ auf der Kesselsdorfer Straße 25. Das Geschäft war drei Monate geschlossen und wurde parallel zu den Straßenbauarbeiten vor der Haustür umgebaut. Am Montag öffnen sich um 8.30 Uhr die Türen zu einem komplett neuen Ladengeschäft. Während des Umbaus hat sich viel verändert, denn die Fläche ist jetzt mehr als doppelt so groß und misst etwa 125 Quadratmeter.

„Milchwerk“ bietet Lebensmittelsonderposten an, die im regulären Einzelhandel zum Beispiel wegen fehlerhafter Verpackungen nicht abgenommen werden können. „Ursache kann eine Delle in den Joghurtbechern sein, ein nicht lesbarer Strichcode oder Ware, die der Handel nicht pünktlich bekommen hat“, so Geschäftsführerin Stefanie Kaiser. „Der Inhalt der Packungen ist qualitativ einwandfrei und entspricht in jedem Fall den Vorgaben der Lebensmittelüberwachung.“ 

Außerdem bezieht das „Milchwerk“ Waren aus Überproduktion von Herstellern. Milch- und Molkereiprodukte machen etwa 50 Prozent des Sortimentes aus. Darüber hinaus erhält man dort viele weitere Lebensmittel, zum Beispiel Fleisch- und Wurstwaren, Tiefkühlkost, Süßwaren und Getränke. 

Im „Milchwerk“ sparen Kunden bis zu 70 Prozent gegenüber dem Einkauf im Handel. „Wer bewusst im Milchwerk kauft, konsumiert Lebensmittel, welche die Hersteller meist entsorgen müssten“, sagt Stefanie Kaiser. „Leider werden generell viel zu viele Lebensmittel weggeworfen. Dieses Thema wird in der Gesellschaft viel diskutiert. Das Konzept von „Milchwerk“ ist ein Weg, um Lebensmittel vor der Entsorgung zu bewahren.“

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