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"Die Krone ist nicht mehr zeitgemäß"

Die aus Dresden stammende Miss Germany Nadine Berneis blickt zurück auf ein Jahr im Scheinwerferlicht - und freut sich auf den Semperopernball.

Von Henry Berndt
 2 Min.
Im Europa-Park wurde Nadine Berneis im vergangenen Jahr zur "Miss Germany 2019" gekürt.
Im Europa-Park wurde Nadine Berneis im vergangenen Jahr zur "Miss Germany 2019" gekürt. © Uli Deck/dpa

Nur noch wenige Tage, dann wird aus Miss Germany wieder eine Polizeibeamtin. Am 15. Februar wird im Europa-Park in Rust die Nachfolgerin für Nadine Berneis gewählt, die das vergangene Jahr als Schönheitskönigin durch das Land zog.

"Ich hatte fast jede Woche irgendwo einen Termin", sagt die gebürtige Dresdnerin, die nach der Schule für ihre Polizeiausbildung nach Baden-Württemberg zog. Wichtig sei ihr gewesen, dass sie fast nie nur als "hübsche Staffage" auftreten musste, sondern ihre Anwesenheit immer einen Sinn ergeben habe.

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Überhaupt lag es Nadine Berneis besonders am Herzen, ihren Teil dazu beizutragen, den ältesten und bekanntesten Schönheitswettbewerb Deutschlands weiter zu modernisieren. Nur schön sein um der Schönheit Willen, das passe einfach nicht mehr ins Jahr 2020.

Sie selbst sei dafür ein typisches Beispiel. "Früher habe ich mich nie hübsch gefühlt, hatte zwölf Kilo mehr auf den Rippen und habe nur selten gelacht", sagt sie. Auch heute entspräche sie mit ihrer charakteristischen Lücke zwischen den Schneidezähnen  nicht dem allgemeinen Schönheitsideal, habe aber inzwischen das nötige Selbstbewusstsein.

Früher in  Dresden galt Nadine eher als schüchternes Mädchen.
Früher in  Dresden galt Nadine eher als schüchternes Mädchen. © privat

Bei ihrer eigenen Wahl 2019 verzichteten die Veranstalter erstmals auf eine Vorstellung der Kandidatinnen in Bademode. Ab diesem Jahr dürfen die Frauen nun zum ersten Mal Kinder haben und bis 39 Jahre alt sein.

Ihre glitzernde Krone musste Nadine Berneis in ihrem Amtsjahr nur ein einziges Mal tragen - und ist froh darüber. "Die Krone ist nicht mehr zeitgemäß", sagt die 29-Jährige. Künftig sollte es noch mehr um die Persönlichkeit der Frauen gehen und noch weniger um das Aussehen.

Sie habe ihr Amt als Miss Germany genossen und wolle die gesammelten Erfahrungen nicht missen. Jetzt aber sei sie auch froh, nicht mehr jeden Morgen vor dem Kleiderschrank stehen zu müssen, und sich zu fragen, was sie anzieht. Ab Anfang März wird das nämlich wieder täglich die Uniform sein. 

"Als Model will ich nur nebenberuflich arbeiten", sagt sie. Ihre Premiere als Gast auf dem Dresdner Semperopernball am Freitag lässt sie sich aber nicht nehmen. "Darauf bin ich schon ein bisschen stolz", sagt sie. 

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18 Jahre wuchs Nadine Berneis als schüchternes Mädchen in Sachsen auf – bis sie der Beruf in den Westen führte.

Bis Sonntag will sie bei ihrer Familie in Dresden bleiben, bevor daheim in Stuttgart bald wieder der Polizeialltag beginnt.

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