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Dresdner Bauland noch immer unbebaut

In Strehlen ist Platz für 35 Einfamilien- und Reihenhäuser. Warum sich dort nichts tut, was Anwohner fürchten und wie sich die Grundstückspreise entwickeln.

Viel Platz für Einfamilienhäuser: Die Stadt besitzt ein großes Baugrundstück an der Geystraße in Strehlen. Gebaut wird dort aber noch immer nichts.
Viel Platz für Einfamilienhäuser: Die Stadt besitzt ein großes Baugrundstück an der Geystraße in Strehlen. Gebaut wird dort aber noch immer nichts. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. Ein eigenes Häuschen in der Stadt - ein Traum vieler Familien, die Dresden für ein Eigenheim nicht den Rücken kehren wollen. Allerdings ist Bauland in der Landeshauptstadt rar, die Grundstücke sind schnell verkauft, die Bewerberlisten lang. In Strehlen oberhalb der Teplitzer Straße befindet sich solches Bauland, vorwiegend in städtischem Besitz. Es ist unbebaut, befindet sich in einer guten Lage, muss allerdings noch erschlossen werden.

Seit November 2017 gibt es sogar einen Bebauungplan, der auf dem Areal 35 Einfamilien- und Reihenhäuser, Grün- und Freiflächen, eine Kita und die Erweiterung des dortigen Seniorenheims um 40 Wohneinheiten vorsieht. Die Kita soll von der städtischen Tochtergesellschaft Cultus gGmbH betrieben werden, zu der auch das Seniorenheim Haus Olga Körner gehört. Außerdem ist eine neue Buslinie geplant, die die Zschertnitzer mit der Caspar-David-Straße verbinden soll. 

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Gericht musste sich mit Wohngebiet befassen

Doch warum hat sich auf dem Areal zwischen Gey- und Zschertnitzer Straße bislang nichts getan? Der Grund dafür ist eine Klage von Anwohnern, die befürchten, dass es mit neuen Bewohnern und der Busverbindung bald vorbei sein könnte mit der Ruhe im beschaulichen Strehlener Wohngebiet. 27 Dresdner hatten im März 2018 einen sogenannten Normenkontrollantrag gestellt, teilt die Stadt auf SZ-Anfrage mit. In dem Verfahren wird geprüft, ob Rechtsnormen gültig sind. 

Größter Kritikpunkt ist die neue Straße, die die Zschertnitzer Straße mit der Caspar-David-Friedrich-Straße verbinden soll. Eigens dafür hatte es 2014 eine Bürgerversammlung gegeben. Streit gab es darum, ob die Straße für den Durchgangsverkehr geöffnet wird. Dagegen wehrten sich die Anwohner der Geystraße, weil sie zusätzlichen Verkehr auf ihrer Straße befürchten. Die Bewohner der Zschertnitzer und Otto-Pilz-Straße wollten verhindern, dass die neuen Zuzügler, das Pflegepersonal, die Eltern der Kita-Kinder und die Erzieher künftig ausschließlich über ihre Straßen in das Gebiet fahren.

Die Stadt hatte damals alle Eingaben der Anwohner ausgewertet und die Bedenken gegeneinander abgewogen. Das Fazit: Die Stadt hält am ursprünglichen Plan fest, das Areal über die Zschertnitzer Straße zu erschließen. Lediglich Fußgänger, Radfahrer und Busse dürfen die Verbindung zur Caspar-David-Friedrich-Straße nutzen. Dafür muss allerdings ein Teil des Spielplatzes oberhalb der Geystraße weichen.

Der Normenkontrollantrag, mit dem die Anwohner das Bauprojekt zwischenzeitlich stoppten, wurde vor einem Jahr im August 2019 vom Oberverwaltungsgericht abgelehnt und der Bebauungsplan damit bestätigt. Er blieb weiterhin in Kraft. Die Stadt könnte damit das Areal nun erschließen und das Bauland verkaufen. Doch es klingt nicht danach, dass das nun bald geschieht. "Für die Umsetzung des Planes werden verschiedene Möglichkeiten durch die Stadtverwaltung geprüft. Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen worden", teilt ein Stadtsprecher auf die Frage mit, warum an der Geystraße noch immer keine Bagger rollen.

Grundstückspreise steigen weiter

Dabei ist die Nachfrage nach Baugrundstücken groß in Dresden, an vielen Stellen sind neue Wohngebiete mit Eigenheimen entstanden, etwa im ehemaligen Kasernengelände in Nickern und an der Dohnaer Straße in Luga. Hohe Nachfrage und wenig Angebot schlagen sich auch in den Grundstückspreisen nieder - sie sind auch 2019 weiter gestiegen. Zahlten Bauwillige 2018 im Schnitt 245 Euro für den Quadratmeter, waren es 2019 schon 285 Euro. Das entspricht einem Anstieg von rund 16 Prozent. Seit 2010 haben sich die durchschnittlichen Kaufpreise damit nahezu verdreifacht. 

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