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Neuer Anlauf für den Ullersdorfer Platz 

Ohne bürokratische Hürden könnte es schon eine Toilette und Wartebereiche geben, kritisiert ein Stadtbezirksbeirat.

Marode und schwer zu überqueren: der Ullersdorfer Platz in Bühlau.
Marode und schwer zu überqueren: der Ullersdorfer Platz in Bühlau. © Sven Ellger

„Warum muss man alles komplizierter machen, als es ist“, fragt sich Hans-Jürgen Burkhardt mit Blick auf den Ullersdorfer Platz. Seit vielen Jahren sitzt Burkhardt für Die Linke im Stadtbezirksparlament Loschwitz und kennt die unendliche Geschichte zur Platzgestaltung. „Dabei könnte längst eine öffentliche Toilette gebaut sein“, sagt er. 

Möglich sei dies direkt neben dem Toilettenhäuschen für die Bus- und Bahnfahrer. Dort gebe es nicht nur die nötigen Wasser- und Abwasseranschlüsse, auch Platz sei vorhanden. „Aber die Stadt versteckt sich in ihren Antworten an den Stadtbezirksbeirat stets dahinter, dass die Gleisschleife verlegt würde. „Doch das dauert ja noch mehrere Jahre“, ist Burkhardt überzeugt. 

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Deshalb könnte auch der Stadtbezirksbeirat durch seinen neuen Verfügungsfonds dazu beitragen, dass sich auf dem Platz schnell etwas verbessert. Immerhin ist es einer der größten Umsteigepunkte in der Stadt. Werktags steigen hier 4.050 Fahrgäste der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) ein und 4.020 aus; dazu weitere des Regionalverkehrs. Doch der Zustand des Platzes ist mehr als bescheiden, barrierefrei ist nur der Einstieg zur Straßenbahnlinie 11.

So sah es am Ullersdorfer Platz  aus, bevor er im Jahr 2018 mit neuen Haltestellen ausgestattet wurde.
So sah es am Ullersdorfer Platz aus, bevor er im Jahr 2018 mit neuen Haltestellen ausgestattet wurde. ©  Archiv: Rene Meinig

Die Stadtverwaltung macht allerdings wenig Hoffnung, dass sich am Ullersdorfer Platz schnell etwas verbessert. Eine große Lösung sei mit umfangreichen Umbaumaßnahmen im Bereich der Haltestellen und Zuwegungen am Platz verbunden, sagt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Diese müssten geplant und finanziert und mit einer kompletten Straßensanierung umgesetzt werden. „Zur Herstellung barrierefreier Haltestellen ist Grunderwerb und damit auch ein förmliches Planverfahren erforderlich“, so der Baubürgermeister. Grundsätzlich wöllten die Stadt und die Verkehrsbetriebe den Zustand am Ullersdorfer Platz verbessern.

Einiges sei auch schon umgesetzt worden, wie neue Fahrgastunterstände und ein dynamisches Informationssystem. Das Straßen- und Tiefbauamt habe den Belag instandgesetzt. Eine öffentliche Toilette würde jedoch zwischen 250.000 und 300.000 Euro kosten. 

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„Wenn man sie jetzt bauen würde, müsste diese sehr wahrscheinlich im Rahmen einer zukünftigen Baumaßnahme wieder abgebrochen und anschließend neu errichtet werden. Das Geld müsste also doppelt ausgegeben werden“, so der Baubürgermeister. Hans-Jürgen Burkhardt ist von diesen Aussagen enttäuscht. Das höre er schon lange genug.

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