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Neuer Betreiber für Dresdner Kultcafé

Im Mai erregte die Schließung des Schwarzmarktcafés Aufsehen. Jetzt gibt es Neuigkeiten.

Im Mai erregte die Schließung Aufsehen. Jetzt hat das Dresdner Schwarzmarktcafé einen neuen Betreiber.
Im Mai erregte die Schließung Aufsehen. Jetzt hat das Dresdner Schwarzmarktcafé einen neuen Betreiber. © SZ/Julia Vollmer

Dresden. Mitte Mai war klar: Das Schwarzmarktcafé bleibt zu. Während alle anderen nach der Corona-Schließung wieder öffnen durften, blieb das Neustädter Kultcafé geschlossen. Der Grund: Die insolvente Bäckerkette Eisold sucht einen neuen Standort für sein Café.

Doch nun gibt es einen neuen Betreiber für das Schwarzmarktcafé auf der Hauptstraße. "Eröffnen wird ein Emil 1910-Cafe und Restaurant", erzählt Felix Leike, Bezirksleiter bei der Bäckerkette Emil Reimann, zu der das neue Café gehört. In den nächsten Tagen wird der Umbau beginnen und im Sommer soll die Eröffnung gefeiert werden. 

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Obwohl die Bäckerkette hinter der Gastromarke steht, wird es keine Bäckerei, sondern ein Café und Restaurant. "Wir verkaufen aber natürlich Produkte von Reimann wie Kuchen und Eis aus eigener Herstellung", so Leike. Das Eis werde auch außer Haus verkauft werden. Geöffnet haben soll das Café täglich von etwa 8 bis 22 Uhr. Auf der Karte stehen neben Frühstück, Kaffee und Kuchen auch Cocktails für den Abend. "Als Mittagsangebote wird es leichte und schnelle Küche geben, für die Gäste aus den umliegenden Büros, die nicht so viel Zeit haben", so Leike. Das Café, so sein Wunsch, soll wie bisher ein Treffpunkt für Dresdner, Künstler und Politiker sein. 

Café soll beliebter Treffpunkt in der Neustadt bleiben

Drinnen und draußen sind etwa 80 Plätze geplant. Einstellen will Reimann eigenen Angaben zufolge etwa 15 Mitarbeiter, die gerade aktiv gesucht werden.

Das Café auf der Hauptstraße gehörte bis zur Schließung wie das Café Toscana zur Bäckerkette Eisold. Diese sorgte mit ihrer Insolvenz 2019 für Aufregung. "Wir haben uns entschieden, das Schwarzmarktcafé nicht wieder zu öffnen, sondern einen neuen Standort zu suchen", sagte Christian Heintze, Insolvenzverwalter bei Eisold, und damit auch zuständig für das Neustädter Kultcafé Mitte Mai.

Es habe Gespräche mit dem aktuellen Vermieter gegeben, doch ohne Übereinkunft. Der Mietvertrag sei befristet gewesen. "Nun suchen wir und wollen gerne in der Neustadt bleiben", so Heintze damals. Wann es eine Neueröffnung an einem anderen Standort geben könnte, sei unklar. Die Mitarbeiter könnten alle in anderen Standorten des Unternehmens beschäftigt werden.

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Die Corona-Krise hatte die Bäckerkette hart getroffen. "Der Umsatz ist um ein Drittel zurückgegangen", so Heintze. Zu dem Unternehmen gehören neben den Cafés auch 17 Bäckerfilialen in Sachsen. Das Problem: "Obwohl wir mit der Sanierung des Unternehmens gut vorangekommen sind und zum Jahresbeginn die Planzahlen auch übertreffen konnten, sind wir für staatliche Hilfen nicht antragsberechtigt", erklärt Clemens Eisold, der das sanierte Unternehmen zukünftig führen soll Mitte Mai. Die entstandene Verlustsituation könne bei Eisold durch Kurzarbeit und ein kurzfristiges Massedarlehen aber aufgefangen werden.

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