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Neustart bei "Sushi & Wein" in Dresden

Das gastronomische Flaggschiff von Wolle Förster wurde in den vergangenen Wochen generalüberholt. Selbst die Fischhaut zieht sich nun von selbst ab.

Hier posiert nicht der Chefarzt im OP, sondern Wolle Förster an der neuen Fischenthäutungsmaschine.
Hier posiert nicht der Chefarzt im OP, sondern Wolle Förster an der neuen Fischenthäutungsmaschine. © Christian Juppe

Dresden. Der Auslöser für die Spontan-Renovierung kam aus dem Internet. In einem Kommentar zu einem Medienbericht kritisierte eine Leserin Wolle Förster im Mai, sein Restaurant "Sushi & Wein" auf der Maxstraße sei ziemlich in die Jahre gekommen und er solle dort doch mal was tun.

Das ließ sich der 65-jährige Geschäftsmann nicht zweimal sagen und zog die geplante Generalüberholung seines gastronomischen Flaggschiffs kurzerhand vor. Nach drei Monaten Bauzeit wird das neue "Sushi & Wein" am Freitag wiedereröffnet. Rund 62.000 Euro hat sich Förster die Renovierung kosten lassen, bei der kaum ein Stein auf dem anderen blieb. Allein schon die Toiletten könnte man nun ohne Weiteres als Einraumwohnung vermieten, scherzt Wolle. Lediglich der Spiegel auf der Damentoilette fehle noch.

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Beim Betreten des Restaurants fallen zunächst die Tapeten mit Motiven von Fischen und exotischen Blättern sowie die futuristisch wirkenden Lampen ins Auge. Tische, Stühle, Treppenstufen und Handläufe wurde vom Tischler aufgearbeitet, Sitze neu gepolstert. Auch die Buffetstrecke wurde um zusätzliche Kühlbereiche erweitert, wobei es coronabedingt bis auf Weiteres nur Essen à la carte gibt.

Besonders stolz ist Wolle auf sein Konzept für die Einhaltung der Corona-Hygieneregeln. 17 transparente Plexiglaswände trennen die Tische voreinander. Dabei achtete der Chef auch auf kleinste Details wie goldene Senkschrauben.

Alles neu bei "Sushi & Wein" auf der Maxstraße: Dominiert wird das Restaurant nun von den futuristisch wirkenden Lampen.
Alles neu bei "Sushi & Wein" auf der Maxstraße: Dominiert wird das Restaurant nun von den futuristisch wirkenden Lampen. © Christian Juppe

"Diese Lösung mit den Trennwänden gefällt mir so gut, dass ich sie vielleicht auch nach der Corona-Krise behalte", sagt er, "denn die Trennung funktioniert auch akustisch". Man könne sich nun am Tisch unterhalten, ohne dass die Nachbarn gleich alles mitbekommen. Wer komplett ungestört sein möchte, kann weiterhin einen der vier separaten Räume für vier bis sechs Personen reservieren. 

Auch in die Technik wurde investiert: Zur Reiswaschmaschine, dem Reiskocher und der Nigiri-Form-Maschine ist nun noch eine Fischenthäutungsmaschine dazugekommen, in der die Haut von ganzen Lachshälften in Sekundenschnelle abgezogen wird. Allein dieses Gerät habe ihn 16.000 Euro gekostet, sagt Wolle. Eine ähnliche Maschine für 10.000 Euro habe er zuvor zurückschicken müssen, weil sie seinen Ansprüchen nicht genügte. "Wenn wir die Restaurants und den boomenden Lieferservice parallel betreiben wollen, müssen wir künftig noch effektiver arbeiten."

Gerade die Einführung des Lieferservice habe seine Läden nicht nur einfach über die Corona-Durststrecke gebracht. "Das war für uns eine super Zeit." Habe er im April 2019 noch in drei Läden insgesamt 96.000 Euro Umsatz gemacht, seien es im April 2020 allein über den Lieferservice 124.000 Euro Umsatz gewesen.

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