merken
PLUS Dresden

Pegida-Gegner sollen leiser werden

Nach den letzten zwei Demo-Montagen reagiert die Stadt. Sie kündigt neue Einschränkungen für den Protest an. Wie die Pegida-Gegner darauf reagieren.

Die Pegida-Gegner standen am 2. März hinter "Hamburger Gittern". Sie waren zu laut, so die Stadt.
Die Pegida-Gegner standen am 2. März hinter "Hamburger Gittern". Sie waren zu laut, so die Stadt. © Christoph Springer

Dresden. Die Gegendemonstranten waren so laut, dass die Pegida-Verantwortlichen nicht weitermachen wollten. Beim 200. und 201. Treffen der „Patriotischen Europäer“ am 17. Februar und am 2. März stellten sich den Teilnehmern des Aufzugs so viele Menschen entgegen, wie schon lange nicht mehr. Sie hatten Pfeifen, Trommeln und zum Teil sogar Musikinstrumente dabei, um ihren Unmut kund zu tun. Das dürfen sie künftig wohl nicht mehr.

Die Stadtverwaltung hat reagiert und Rita Kunert, die den Gegenprotest zumeist anmeldet, am Montag eine E-Mail geschrieben. Darin steht: „Während der Kundgebungen des Pegida Förderverein e.V. soll der Einsatz von Musikinstrumenten (insbesondere Trommeln), Druckluftpumpen/Tröten/mit Gas betriebenen Signalhörnern, Vuvuzelas und Sirenen oder vergleichbaren Lärm erzeugenden Gegenständen untersagt werden.“ Das heißt, die trommelnden Clowns, die zuletzt immer wieder den Pegida-Protest begleitet haben, dürfen nicht mehr trommeln. Und auch die Banda Internationale, die am 2. März aufgespielt hat, darf nicht mehr spielen. Das soll "lediglich die Zeiten der Kundgebungen der Anlassversammlung" betreffen. Die Anlassversammlung ist die von Pegida.

Anzeige
Wer wird Tier des Monats Mai?
Wer wird Tier des Monats Mai?

Drei Zoo-Bewohner stehen zur Wahl. Wer die meisten Stimmen erhält, wird hier im Mai ausführlich in einem Beitrag vorgestellt.

Die Begründung für die geplante Auflage: Mildere Mittel seien aus Sicht der Versammlungsbehörde und aus Erfahrungen der letzten Versammlungen nicht geeignet, um „erhebliche Störungen“ zu verhindern. Außerdem zweifeln die Verantwortlichen im Ordnungsamt daran, dass Rita Kunert genug Einfluss auf die Gegendemonstranten hat, um mildere Mittel durchzusetzen.

Weiterführende Artikel

Neue Kritik am Lärmverbot für Pegida-Gegner

Neue Kritik am Lärmverbot für Pegida-Gegner

Die Stadt will, dass die Demos leiser werden. Das finden nicht nur die Teilnehmer falsch.

Pegida droht Gegnern mit Anzeige

Pegida droht Gegnern mit Anzeige

Rund 800 Menschen haben am Montagabend gegen die Organisation demonstriert. Sie haben Polizei und Ordnungsamt beschäftigt.

Im Internet wurden die neuen Auflagen als „Blasmusikverbot“ bezeichnet. Die Stadt wolle den Gegenprotest „stummschalten“, hieß es weiter. Die Anmelderin hatte einen Tag Zeit, sich zu der geplanten Neuerung und den Vorwürfen gegen sie zu äußern. Auf SZ-Anfrage sagte Rita Kunert am Dienstag, nach Ablauf der Frist für ihre Stellungnahme an die Stadt: „Wir lassen uns das so nicht gefallen.“ Wenn die Stadt bei den neuen Auflagen beleibt, „dann werden wir das rechtlich prüfen lassen“.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden