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Dresden

Corona fegt die Dresdner Parks leer

Trotz Sonne und warmer Temperaturen kommen Besucher nur zögerlich nach Pillnitz und in den Alaunpark. Dabei ist die Frühlingsbepflanzung gerade fertig.

© Foto: SZ/Kay Haufe

Zum Glück sind an diesem Mittwoch die Parkbänke aufgestellt worden. Das sind so viele, dass jeder Gast im Pillnitzer Park eine für sich allein hat. Ein ungewohnter Anblick, diese Menschen allein auf einer Bank in den Heckengärten. Aber genau richtig für Renate Richter, die extra in den Park gefahren ist. "Wer weiß, wie lange ich das noch kann. Am Wochenende war er ja schon einmal geschlossen", sagt die Seniorin.  

Jeder Besucher sitzt einzeln- so ist empfohlene Schutzabstand gegeben. 
Jeder Besucher sitzt einzeln- so ist empfohlene Schutzabstand gegeben.  © Foto: SZ/Kay Haufe

Ob es sich noch nicht rumgesprochen hat, dass Pillnitz wieder geöffnet hat? Die Besucherzahl ist an diesem sonnigen, warmen Mittwoch sehr übersichtlich. Ungewöhnlich für den Schlosspark. "Aber heute war es schon wesentlich besser als am Montag und Dienstag", sagt Gartenmeister Thomas Riedel. Er hat mit seinen Mitarbeitern gerade die Frühlingsbepflanzung abgeschlossen. 30.000 Hornveilchen, Tausendschönchen und andere Frühblüher haben sie gesetzt. Rund 10.000 Zwiebeln von Tulpen, Narzissen und Hyazinthen waren schon im Herbst eingepflanzt worden.  

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"Es gibt kein Thema für die Bepflanzung, sie orientiert sich am Barock", sagt Riedel. Da sind Höhen und Farben vorgegeben. Doch mit der etwas höheren gelben Primel hat Riedel etwas Modernes eingefügt. "Primeln gab es damals ja auch schon." 

"Habt Ihr toll gemacht", ruft ein Besucher den Gärtnern zu und zeigt auf den Lustgarten . Ein Lob, das  Riedel und seine Kollegen gern hören. "Und zum Glück sagen es viele Gäste. Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Besucher kommen, um diese Pracht anzuschauen", sagt Gärtnerin Agnes Lahode, die schnell noch das Laub zwischen den Himmelschlüsselchen im Familiengarten wegfegt.    

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Marion Herrmann ist genau wegen der Farbenpracht am Mittwoch nach Pillnitz gekommen. "Ehrlich gesagt, es ist heute richtig toll für mich, so schön leer." Aber sie ist sicher, dass bald wieder Andrang im Park herrscht. So wie am Mittwoch an den Elbwiesen. 

Homeoffice im Alaunpark

Große Lücken zwischen den Menschen im Park.
Große Lücken zwischen den Menschen im Park. © SZ/Julia Vollmer

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Erst nach und nach füllt sich am Nachmittag auch der Alaunpark in der Neustadt. Unter den Besuchern neben vielen Schülern und Studenten auch viele Eltern mit ihren Kindern. Das Schild "Spielplatz geschlossen" ist aber so klein angebracht,  dass es viele Eltern gar nicht bemerken. Auf den Bänken sitzen viele Mütter und Väter mit ihren Handys und Laptops auf dem Schoß, um ihren Job zwischen Schulschließung und Homeoffice trotzdem zu schaffen. So wie Maria . Die Grafikdesignerin ist mit ihrem siebenjährigen Sohn Paul im Park. Während der Junge herumflitzt, schreibt seine Mama Mails. "Am Vormittag haben wir die Schulaufgaben gemacht,  die Paul erledigen muss und ich habe nebenbei gearbeitet ", erzählt sie. Bei dem sonnigen Wetter habe sie sie einfach an die frische Luft gemusst. Ihre größte Angst ist, dass auch das bald untersagt wird. 

Auch andere Eltern sind an diesem Nachmittag in den Park gekommen. Den Nachnamen mag allerdings niemand nennen, geschweige denn ein Foto machen lassen. Brigitte ist mit ihren Enkelkindern im Park, da ihre Tochter arbeiten muss. "Ich bin erst Anfang 60 und noch fit, daher traue ich mir die Betreuung zu und möchte meiner Familie gern helfen." 

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Gegen 17 Uhr füllen sich die Wiesen im Alaunpark immer weiter.  Immer mit großen Abständen zwischen den Menschen.  Auf frische Luft will kaum einer verzichten,  die Sorge aber schwingt mit. 

© SZ/Julia Vollmer

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