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Dresden

Sandsteine als Striezelmarkt-Schutz?

Nachdem die Stadträte ein teures System vertagt haben, gibt es eine günstige Lösung aus Pirna.

Blick auf den Dresdner Striezelmarkt
Blick auf den Dresdner Striezelmarkt © Archivbild: Robert Michael

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) droht zum zweiten Mal mit seinen Plänen zu scheitern, den bestmöglichen – aber sehr teuren – Schutz für den Striezelmarkt und andere Großveranstaltungen anzuschaffen. Aktuell will er von den Stadträten die Zustimmung, mobile Fahrzeugrückhaltesysteme für 550.000 Euro anzuschaffen. Doch der Finanzausschuss hat das Thema vertagt, weil noch zu viele Fragen offen sind. Ein Argument war auch die hohe Summe, die Hilbert dafür einplant.

Nun will Johannes Roßrucker helfen. Der Chef der sächsischen Sandsteinwerke in Pirna hat eine simple, zu Dresden passende und vergleichsweise günstige Lösung: Sandsteine, genauer Rohblöcke, die sein Unternehmen im Steinbruch gewinnt. „Es ist zwar eine etwas brachiale Lösung, aber die Rohblöcke sind nachhaltig, sehr massiv und halten Laster auf“, sagt Roßrucker. Sie könnten direkt aus Pirna nach Dresden geliefert und nach dem Striezelmarkt wieder abgeholt werden. Dafür würde Roßrucker den Transport, das Be- und Entladen berechnen. Nach erster Schätzung würden 20 große Blöcke benötigt. Kostenpunkt: rund 10.000 Euro. Roßrucker würde die Blöcke dann weiterverarbeiten.

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Solche Blöcke werden den Dresdnern von den Pirnaern angeboten. 
Solche Blöcke werden den Dresdnern von den Pirnaern angeboten.  © Sächsische Sandsteinwerke

„Wir können die Blöcke auch gestalten, wie die Stadt es möchte“, bietet er an. Er könne sich eine Kooperation mit dem sächsischen Kunstverein vorstellen oder dass Kinder sie bemalen. Auch Pflanzkübel könne er aus den Sandsteinen anfertigen. Die Kosten wären von den Wünschen abhängig. Diese Steine könnten im Steinbruch lagern, wenn sie nicht im Einsatz sind.

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Roßrucker hat der Stadtverwaltung bereits ein Angebot gemacht. Allerdings entsprechen die Steine, ähnlich wie die großen Betonklötze, die den Striezelmarkt wieder absichern werden, nicht den aktuellsten Anforderungen zur Terrorabwehr. Deshalb hat die Stadt ihm geantwortet, dass der Schutz zertifiziert sein muss. Das müsse geklärt werden. Über das Angebot könnte OB Hilbert alleine entscheiden, weil er unter 250.000 Euro keine Zustimmung der Räte benötigt. 

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