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Schöbel: "Schon anderes überstanden“

Der Schlagersänger wollte in dieser Woche im Dresdner Boulevardtheater sein Leben auf die Bühne bringen. Doch Corona spielt nicht mit. Wie es nun weitergeht.

Von Henry Berndt
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Wer Frank Schöbel auf der Bühne erleben möchte, muss sich bis Juni gedulden.
Wer Frank Schöbel auf der Bühne erleben möchte, muss sich bis Juni gedulden. ©  dpa

Dresden. Wer könnte Frank Schöbel spielen in einem musikalischen Bühnenstück über das Leben des erfolgreichsten Schlagersängers der DDR? Für den Sänger selbst war von Anfang an klar: Wenn, dann will er sich selbst spielen und seine eigenen Lieder interpretieren. Zumindest die, die noch halbwegs zu seinem Alter passen. Er ist ja inzwischen 77 Jahre alt. Bühnenerfahrung hat er bislang trotzdem kaum gesammelt.

Den jungen Schöbel wird Oliver Morschel spielen. "Er versucht, sehr genau an mir dran zu sein", sagt Schöbel, "und ich bin sehr begeistert von ihm."

Seit 1964 war Schöbel Stammgast in den DDR-Hitparaden mit Schlagern wie "Party Twist", "Wie ein Stern" und "Ich geh vom Nordpol". Seine Platte "Weihnachten in Familie" läuft bis heute Advent für Advent in vielen ostdeutschen Familien in der Endlosschleife.

Am kommenden Mittwoch sollte "Die Frank Schöbel Story" ihre Premiere mit Live-Band im Boulevardtheater feiern - aber das Coronavirus hat etwas dagegen. Kurzfristig wurde die erste Show auf den 8. Juni verlegt.

"Wir haben fast einen Monat geprobt," sagt Schöbel. "Da die Situation zurzeit in unserem Land so ist, wie sie ist, haben wir uns für die Verschiebung entschieden. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Wir hoffen auf Euer Verständnis. Und: Wir haben schon andere Sachen überstanden."

Die Vorfreude soll also einfach verlängert werden: Regie in dem Stück führt Jürgen Mai, der auch die Idee hatte, Schöbels Autobiografie auf die Bühne zu holen. "Er legte mir das Boulevardtheater ans Herz, und er hatte recht, denn alle in diesem Haus brennen für dieses Stück", sagt Schöbel.

Die größte Herausforderung dabei?  "Die 45 Lieder so einzubauen, dass sie zur Geschichte passen."

Macht Schöbel einen Film daraus?

Er selbst habe zuvor lange mit dem Gedanken gespielt, einen Film aus seinem Buch "frank und frei" zu machen. "Nun habe ich mich endlich hingesetzt und das Buch für das Theaterstück geschrieben. Das Bühnenbild ist sehr filmisch geworden, und man könnte daraus auch einen Film machen."

Jetzt ist aber erst mal die Bühne an der Reihe. Nicht mit dabei sein werden Schöbels ebenso musikalische Ex-Frauen Chris Doerk und Aurora Lacasa. Das hat allerdings nichts mit persönlichen Differenzen zu tun, wie Schöbel betont. "Chris Doerk spielt in dem Stück eine Rolle von 1964 bis zur Scheidung 1974", erklärt er. "Deshalb kann die heutige Chris Doerk natürlich nicht dabei sein. Ich spiele ja auch nicht in der Zeit." 

Aurora Lacasas Rolle wiederum spiele von 1975 bis 2005. "Da sie aber ihre Karriere vor etwa vier Jahren beendet hat, stellte sich die Frage überhaupt nicht."

Die wichtigsten Frauen in Schöbels Leben wird daher nun Christin Deuker interpretieren, die Schöbel schon beim Casting fast zu Tränen rührte.

Auf einen großen Promiauflauf würde Frank Schöbel zur Premiere im Boulevardtheater  übrigens gern verzichten. Ich hoffe, dass nicht so viele prominente Gäste kommen, denn wir wollen erst mal abliefern und hoffen, dass das Publikum das Stück liebt", sagt er. "Denn für sie machen wir das."

Tickets gibt es hier.

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