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Seilbahn zum Fernsehturm nur temporär?

Eine zeitweise Nutzung hätte mehrere Vorteile und könnte den Druck beim Straßenbau rausnehmen, sagt der Dresdner Fernsehturmverein.

Diese Leitner-Seilbahn fährt seit 2017 in Berlin. Sie wurde anlässlich der Internationalen Gartenschau IGA errichtet.
Diese Leitner-Seilbahn fährt seit 2017 in Berlin. Sie wurde anlässlich der Internationalen Gartenschau IGA errichtet. © Leitner AG

Dresden. Die Diskussion um eine Seilbahn zum Fernsehturm geht in die nächste Runde.  Der Fernsehturmverein hatte am vergangenen Freitag drei Varianten einer Streckenführung von Tolkewitz bis Wachwitz präsentiert, die zwischen 3,5 und 12,3 Millionen Euro kosten würden. Die Entwürfe hatte der Verein gemeinsam mit der italienischen Firma Leitner erstellt, deren Seilbahnen in vielen Ländern Europas fahren.

Nun teilt der Verein mit, dass das Seilbahnprojekt nur eine temporäre Lösung des Verkehrsproblem sein soll. Denkbar wären zehn Jahre. Diese Lösung könnte dazu beitragen, dass der Wachwitzer Sendemast bis 2025 wiedereröffnet werden könnte. Nach dem vorliegenden Verkehrskonzept, das den aufwendigen Ausbau der Staffelsteinstraße und der Wachwitzer Bergstraße sowie den Bau eines Parkplatzes oberhalb des Ullersdorfer Platzes als Startpunkt für den Buspendelverkehr vorsieht, dauert dessen Umsetzung wohl wesentlich länger. 

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Bau der Seilbahn in nur zehn Monaten

Am Montag sind die Seilbahnunterlagen auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zugegangen, sagt Barbara Lässig vom Fernsehturmverein. "Wir freuen uns über die Diskussion. Gerade nach der Wochenendpresse werden wir alle Äußerungen der Politiker sehr ernst nehmen", sagt sie.

Der Verein glaube nicht, dass es realistisch sei, die Straßen zum Turm für 40 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren zu bauen. Es sei kein Geheimnis, dass es heute schon Ausschreibungen gibt, bei denen kein einziges Angebot abgegeben wird. Die Firmen seien überlastet. Dagegen garantiere die Firma Leitner den Bau der Seilbahn in nur zehn Monaten.

Ein weiterer Vorteil bei einer temporären Lösung wäre aus Sicht des Vereins, dass man möglicherweise damit das Problem mit dem Landschaftsschutz lösen könnte, wenn die  Ausnahmegenehmigung zeitlich befristet sei. Über Landschaftsschutzgebiete dürfen eigentlich keine Seilbahnen fahren.  

Lässig fügt noch hinzu, dass jede Seilbahnfirma auch auf eigene Kosten bauen könnte und die Bahn dann selbst betreibt. Darüber habe man mit Leitner schon gesprochen. Dafür müssten aber viele Details im Vorfeld geklärt werden.

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Für Torsten Nitzsche von den Freien Wählern hat die Seilbahn-Idee zwar ihren Charme, doch er hält eine schnelle Umsetzung für unrealistisch. "Das Genehmigungsprozedere durch das Landschaftsschutzgebiet wird sich sehr lange hinziehen", ist er überzeugt. Viel besser wäre es, wenn die Verwaltung die Stadtratsbeschlüsse umsetzt und die Staffelsteinstraße schnell ausbaut.

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