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So machte Wolle sein Klax corona-fit

Die Dresdner Nachtbar war seit Mitte März geschlossen. Nun startet Wolle Förster mit vorbildlichen Schutzmaßnahmen Marke Eigenbau.

Nimm dies, du Virus: Wolle Förster hat sein Klax vor der Neueröffnung mit Schutzscheiben in allen Richtungen ausstatten lassen.
Nimm dies, du Virus: Wolle Förster hat sein Klax vor der Neueröffnung mit Schutzscheiben in allen Richtungen ausstatten lassen. © Christian Juppe

Dresden. Auf eine Bilanz war Wolle Förster zum Jubiläum in diesem Jahr besonders stolz: In 30 Jahren Klax hatte sein Laden nur zwei Tage zu. Einmal nach einer Schießerei, von der bis heute Einschusslöcher zeugen, und einmal direkt zum Hochwasser 2002. 

"Und dann kommt dieses Corona und verhagelt mir das", sagt der 65-jährige Geschäftsmann. Am 15. März musste er das Klax, den damaligen Anordnungen folgend, dichtmachen. Erst an diesem Dienstag - fünf Monate später - wird sich die Tür zum ersten Mal wieder für Gäste öffnen. Wie üblich um 21 Uhr.

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Und so funktioniert Wolles Hygienekonzept auf engstem Raum: Direkt am Einlass misst der Türsteher bei den Gästen Fieber an der Stirn und desinfiziert die Hände. Außerdem muss jeder Besuch auf einem Zettel eine Kontaktmöglichkeit hinterlassen und bestätigen, dass er nicht an Husten oder Atemnot leidet und keinen wissentlichen Kontakt zu Corona-Infizierten hatte. 

Am Einlass wird bei jedem Gast Fieber gemessen.
Am Einlass wird bei jedem Gast Fieber gemessen. © Christian Juppe

Wer alle Tests besteht, für den kann der Spaß beginnen - wenngleich vorerst mit kleinen Einschränkungen. Schnell bekommt jeder noch eine Schutzmaske zugesteckt, die er auf dem Weg zur Toilette aufsetzen sollte. "Von den Dingern habe ich 15.000 Stück auf Lager", sagt Wolle. Das sollte erst einmal reichen.

Zwischen jedem Hocker an den Tresen stehen jetzt transparente Aufsteller Marke Eigenbau und auch die Front zu den Tänzerinnen ist mit einer Plastikscheibe geschützt. Nur ein kleines Loch gibt es, durch das die Dollar-Noten zugesteckt werden können. "Sonst würde das ja alles keinen Sinn machen", sagt Wolle.

Ähnlich geschützt ist auch der Bartresen. Insgesamt hat der Chef rund 6.000 Euro in die Corona-Maßnahmen investiert. "Den Aufwand hätte ich mir natürlich gern erspart", sagt er. Genau das sei auch der Grund, warum er so lange mit der Wiedereröffnung gewartet habe. "Ich habe gehofft, dass die Regeln weiter gelockert werden und die Abstandsregeln fallen. Aber danach sieht es ja gerade nicht aus."

Zwischen den Hockern am Tresen stehen transparente Aufsteller.
Zwischen den Hockern am Tresen stehen transparente Aufsteller. © Christian Juppe

Als die Ämter nachfragten, warum er immer noch Kurzarbeitgeld für seine Mitarbeiterinnen benötige, obwohl er doch schon längst wieder hätte öffnen können, entschied er sich am Ende doch für den Umbau.

Bei dieser Gelegenheit hübschte Wolle auch gleich noch das Inventar auf und steckte nochmal 20.000 Euro in eine neue Kellertreppe, neue Regale, neue Beleuchtungen und eine komplett neue Tonanlage.

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"Jetzt kann es endlich weitergehen", sagt er voller Vorfreude. Vor allem seine Mädels hätten zuletzt eine harte Zeit durchgemacht, wobei er die Gehälter in der Zwischenzeit freiwillig aus seinem Ersparten aufgestockt habe. "Trotzdem fehlen natürlich die Dollar-Noten und die Trinkgelder." Ab Dienstagabend soll wieder alles besser werden.

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