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Soko ermittelt nach Brücken-Anschlag

An der Augustusbrücke war eine Hubbühne der Firma Hentschke-Bau beschädigt worden. Das Landeskriminalamt vermutet politische Motive.

Von Peter Hilbert
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Diese Hubbühne von Hentschke-Bau wurde bei einem nächtlichen Anschlag beschädigt.
Diese Hubbühne von Hentschke-Bau wurde bei einem nächtlichen Anschlag beschädigt. © SZ/Peter Hilbert

Erstmals hat es bei der Sanierung der Augustusbrücke eine vermutlich politisch motivierte Straftat gegeben. In der Nacht zum vergangenen Freitag war eine Hubbühne der Firma Hentschke-Bau beschädigt worden. Das geschah auf der Neustädter Seite der Brücke, die das Unternehmen seit 2017 saniert. 

Bei der nächtlichen Aktion waren ein Ölfilter und einige Kabel aus der Baumaschine herausgerissen worden. Da es sich um eine politisch motivierte Straftat handeln könnte, ermittelt jetzt die Soko LinX  des Landeskriminalamtes (LKA), teilt Sprecher Tom Bernhardt mit. Die Sonderkommission wird bei linksextremistisch motivierten Fällen eingesetzt. 

"Die betroffene Firma war in der Vergangenheit schon mehrfach Opfer von Brandanschlägen", erklärt Bernhardt. Seit Sommer vergangenen Jahres waren dabei mehrere Fahrzeuge von Hentschke-Bau betroffen. Als Beispiel führt der Sprecher den Anschlag auf die Baustelle der neuen Justizvollzugsanstalt in Zwickau vom August 2019 an. Dort war ein Bagger ausgebrannt. Zudem wurden vier weitere Baumaschinen beschädigt. Danach tauchte auf der linken Internetplattform Indymedia ein Bekennerschreiben auf.

In der Nacht zum 15. November war ein VW Caddy von Hentschke-Bau auf der Dresdner Holzhofgasse in der Inneren Neustadt in Flammen aufgegangen. Das Feuer ergriff auch zwei benachbarte Autos. Der Sachschaden wurde damals auf rund 50.000 Euro geschätzt. Das LKA ging dort ebenfalls von Brandstiftung aus. 

Der Schaden an der Baumaschine an der Augustusbrücke ist mittlerweile schon repariert worden. "Die Hubbühne ist wieder im Einsatz", sagt Sprecher Falk S. Al-Omary von Hentschke-Bau. Den Gesamtschaden beziffert er auf rund 600 Euro. Allerdings ordnet er die Aktion als Vandalismusschaden ein. Davon sei das bundesweit agierende Unternehmen nicht nur in Dresden, sondern im gesamten Bundesgebiet betroffen. 

Dazu würden Schmierereien an und Einbrüche in Baucontainer, Sachbeschädigungen oder Dieseldiebstahl zählen. Die Höhe der Gesamtschäden durch Vandalismus bei Hentschke-Bau beziffert er auf rund 100.000 Euro jährlich. "Für uns ist es nicht ungewöhnlich, dass es solche Schäden wie auf der Augustusbrücke gibt", sagt Al-Omary.

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