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Dresden soll eine globale Universität bekommen

Erst Elite und nun noch mehr: Die neue Rektorin Ursula M. Staudinger will die TU Dresden international bekannter und auch etwas amerikanischer machen.

Die 61-jährige Psychologie-Professorin Ursula M. Staudinger ist die neue Rektorin von Sachsens größter Universität.
Die 61-jährige Psychologie-Professorin Ursula M. Staudinger ist die neue Rektorin von Sachsens größter Universität. © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Die Technische Universität Dresden hat nun eine Frau an ihrer Spitze. Ursula M. Staudinger ist ab diesem Dienstag neue TU-Rektorin. Sie ist nicht die erste Frau in der fast 200-jährigen Geschichte der TU. Die Physikerin Lieselott Herforth war in den 1960-ern die erste Uni-Rektorin in ganz Deutschland überhaupt. Ursula Staudinger ist nun die zweite TU-Rektorin, und als solche nach wie vor eine Seltenheit in Deutschlands Hochschullandschaft.

Die 61-Jährige ist Psychologie-Professorin, Alternsforschung ist ihr Schwerpunkt. In ihrem Rektorat hat sie künftig fünf statt bisher drei Prorektoren. Alle Bereiche der Universität sind dort vertreten. Erstmalig. Damit hofft Staudinger ihr erstes großes Ziel zu erreichen: den Exzellenzstatus der TU zu erhalten, also eine der deutschen Eliteunis zu bleiben. In fünf, sechs Jahren wird analysiert, was von den Exzellenz-Plänen umgesetzt wurde. Dann kommen zwar keine neuen Eliteunis mehr dazu, rausfliegen aus dem Club der Besten kann man aber immer noch.

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Ein bisschen amerikanischer

Ursula Staudinger beschreibt ihr Ziel so: „Wir wollen die TU zu einer globalen Universität für das 21. Jahrhundert entwickeln.“ Was dann wohl heißt, nicht nur exzellent zu forschen und auszubilden, sondern auch international sichtbarer zu werden. Ihre Erfahrungen aus einer der amerikanischen Elite-Unis kommen ihr da zugute. An der Columbia University hatte sie ein Zentrum für Altersforschung aufgebaut. Von New York nun kommt sie nun nach Dresden, vielleicht auch deshalb, weil ihr die Stadt nicht unbekannt ist. Schon einmal von 1999 bis 2003 war sie hier Professorin. „Doch die Stadt ist eine andere jetzt“, sagt sie. Die Universität auch. „Beeindruckend.“

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Eine Elite-Uni wie in den USA wird Dresdner nie werden, aber ein bisschen amerikanischer schon. Offener zwischen den Fachdisziplinen und deutlich englischsprachiger, sagt Ursula Staudinger. Nicht nur in Vorlesungen und bei Referaten, auch im Alltag, auf dem Campus und in der Verwaltung.

Und neue Studiengänge für 40-, 50- oder 60-Jährige soll die Uni anbieten, kündigt die neue Rektorin an. Eine Art ergänzendes Masterstudium. „Eine einmalige Ausbildung reicht heute nicht mehr für ein ganzes, längeres Berufsleben.“

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