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Sommer in Dresden weiter viel zu trocken

Zwar hat es immer wieder geregnet. Sehr viel war das aber meistens nicht. Allerdings gibt es Ausnahmen.

Trockenheit prägt nicht nur das Bild am Dresdner Elbufer. Auch im vergangenen Monat hatte es sehr wenig geregnet.
Trockenheit prägt nicht nur das Bild am Dresdner Elbufer. Auch im vergangenen Monat hatte es sehr wenig geregnet. © René Meinig

Dresden. Über den Regen am vergangenen Sonnabend dürften sich vor allem Kleingärtner und Landwirte gefreut haben. Dennoch war es wieder mal nicht viel. So wurden an der Regenmessstation in Obergorbitz binnen sechs Stunden nur gut fünf Liter je Quadratmeter gemessen, was als geringer Niederschlag eingeordnet wird. Nicht viel anders sah es beispielsweise in Trachau aus, wo nur etwas mehr Regen fiel. Einen kräftigen Niederschlag hatte es dort – im Gegensatz zu Obergorbitz – in diesem Monat allerdings schon gegeben. Am 10. August prasselten in fünf Stunden über 14 Liter je Quadratmeter herab. Das ist ein so starker Regen, der statistisch gesehen nur alle zwei Jahre fällt. 

Damit setzt sich der Trend der vergangenen Wochen fort. Bereits im Juni war es zu trocken. Damals fielen nur 78 Prozent des für diesen Monat normalen Niederschlags. Die Werte zeichnet die Stadtentwässerung an 19 Messstationen genau auf, die den Niederschlag im Stadtgebiet seit 1996 erfassen. Sie werden Regenschreiber genannt. 

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Im vergangenen Monat war es noch viel trockener. Die Messwerte zeigen, dass die mittlere Niederschlagssumme aller Regenschreiber nur 39 Prozent des langjährigen Wertes des Deutschen Wetterdienstes (DWD) entspricht, erläutert Udo Zimmermann von der Stadtentwässerung, der für die Auswertung der Daten zuständig ist. Die benötigt der Entsorger unter anderem für die langfristige Planung des Kanalnetzes und der Anlagen.

Dieses Jahr gab es aber schon Extreme. So fielen im Februar 87,3 Liter Niederschlag je Quadratmeter. Damit wurde die zweieinhalbfache Menge gegenüber dem langjährigen DWD-Wert für diesen Monat gemessen. Das war der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnung 1996.

Völlig anders war es im April, als nur 6,4 Liter Regen je Quadratmeter gemessen wurden. Der langjährige Durchschnitt für den Monat liegt bei 47,3 Litern. Damit war der April der zweittrockenste Monat seit Beginn der Niederschlagsaufzeichnung durch die Stadtentwässerung. Nur im April 2007 war mit 1,2 Litern je Quadratmeter noch weniger Regen gefallen. Im Mai regnete es dann wieder mehr. Dennoch gab es weniger Regen als im langjährigen Durchschnitt.

Bereits seit März dieses Jahres fällt in jedem Monat zu wenig Regen.
Bereits seit März dieses Jahres fällt in jedem Monat zu wenig Regen. ©  SZ-Grafik

Besonders stark regnete es im vergangenen Monat am 16. und am 26. Juli, als an allen Messstationen Niederschlag aufgezeichnet wurde, erklärt Zimmermann. Am 16. Juli prasselte binnen zwei Stunden ein Starkregen vom Himmel. In Tolkewitz war er am heftigsten. Dort wurde ein sogenannter zweijährlicher Niederschlag verzeichnet, der nur alle zwei Jahre fällt.

Am 26. Juli war der Regen besonders im Dresdner Osten sehr stark. In Schönfeld wurde ein sogenannter halbjährlicher Regen gemessen, der für gewöhnlich nur alle sechs Monate kommt.

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Die Statistik des gesamten vergangenen Monats zeigt, dass die erfassten Werte im Stadtgebiet oft sehr unterschiedlich sind. Am meisten hatte es im Juli in Schönfeld (45 Liter/Quadratmeter), in der Neustadt (39,4 Liter) und Tolkewitz (39,2 Liter) geregnet. Der wenigste Niederschlag wurde an den Messstationen Kaditz (18,5 Liter), Cossebaude (21,2 Liter) und Trachau (21,3 Liter) aufgezeichnet. Durchschnittlich fielen im Stadtgebiet 32 Liter Regen je Quadratmeter.

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