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Sperrung am Waldschlößchen wegen Hasen

Die Tunnelröhren an der Dresdner Waldschlößchenbrücke werden rund um die Uhr überwacht. Was dort in letzter Zeit gesichtet wurde.

Auch Tiere wie dieser Hase in der Fotomontage fühlen sich im Waldschlößchentunnel offenbar wohl.
Auch Tiere wie dieser Hase in der Fotomontage fühlen sich im Waldschlößchentunnel offenbar wohl. © Montage: SZ/Peter Hilbert, dpa, SZ-Bildstelle

Dresden. Seit sieben Jahren rollt der Verkehr nicht nur über die Waldschlößchenbrücke, sondern auch durch die anschließenden Tunnel zur Stauffenbergallee und zur Bautzner Straße. Am 26. August 2013 wurde der deutschlandweit berühmte Verkehrszug übergeben. Der Waldschlößchentunnel ist über Lichtwellenleiterkabel an die Betriebszentrale in der Lohrmannstraße angeschlossen. 33 Kameras mit Videodetektoren erfassen das Geschehen an jeder Ecke des Tunnels. Sie schwenken immer zu den Brennpunkten des Geschehens.

Auf zahlreichen Bildschirmen in der Reicker Betriebszentrale wird der Waldschlößchentunnel rund um die Uhr überwacht.
Auf zahlreichen Bildschirmen in der Reicker Betriebszentrale wird der Waldschlößchentunnel rund um die Uhr überwacht. © Christian Juppe

In den vergangenen Wochen mussten die Röhren in zwei Fällen wegen illegaler Eindringlinge kurz gesperrt werden. In einem Fall war an einem Sonnabendvormittag ein Fußgänger durch den westlichen Haupttunnel gelaufen, der in Richtung Brücke führt, teilt das zuständige Ressort Stadtentwicklung mit. Dadurch musste die Röhre etwa fünf Minuten gesperrt werden.

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In solchen Fällen treten die Überwacher über die Tunnel-Lautsprecher in Aktion. Sie versuchen den Eindringling anzusprechen und sagen, wo er sich befindet. Dann wird der Schwarzgeher aufgefordert, den Tunnel zu verlassen.

Spinne löst Alarm aus

Ebenfalls etwa fünf Minuten musste dieser Tunnel in einer Nacht dicht bleiben, da die Überwacher dort einen Hasen gesichtet hatten. Tiere haben sich eben mittlerweile an die Tunnel gewöhnt. Der erste Stadtfuchs wurde bereits während des Testbetriebes 2013 in der noch leeren Röhre gesichtet, später kamen Hasen oder sogar freilaufende Hunde.

Da die Röhren in Elbnähe liegen, kommen auch kleinere Tieren, darunter Spinnen. Eine von ihnen war dieses Jahr auf einen Sensor im Tunnel gekrabbelt, der eigentlich Rauchentwicklung signalisiert. Durch die schwenkbaren Kameras hatten die Überwacher aber schnell erkannt, dass es sich um einen Fehlalarm handelt und konnten Entwarnung geben.

Der Sicherheitstechnik im Waldschlößchentunnel ist auf dem neuesten Stand. So reagieren Brandmeldeanlagen auf einen Temperaturanstieg und lösen in der Rettungsleitstelle Alarm aus.
Der Sicherheitstechnik im Waldschlößchentunnel ist auf dem neuesten Stand. So reagieren Brandmeldeanlagen auf einen Temperaturanstieg und lösen in der Rettungsleitstelle Alarm aus. © Archivfoto: SZ/Peter Hilbert

Im vergangenen Jahr seit August 2019 hat es sieben Unfälle im Tunnel gegeben. Der letzte Crash war am 5. August. Dabei war ein Mazda-Fahrer mit hohem Tempo durch die Oströhre in Richtung Bautzner Straße gerast. Nach einigen Spurwechseln hatte er die Kontrolle über sein Auto verloren und war mehrmals gegen die Tunnelwände geprallt. Dabei war ein Fertigteil einer Schlitzrinne, durch die Regenwasser abläuft, beschädigt worden. Seit der Eröffnung vor sieben Jahren gab es aber noch keinen Unfall, bei dem es im Tunnel gebrannt hatte.

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Eine Vollsperrung auf der Waldschlößchenbrücke wird es am nächsten Sonntag geben, bei der auch die Tunnel gesperrt werden. Dort wird die kaputte Schilderbrücke zwischen den Bögen erneuert. Am 11. Februar hatte ein Laster mit einem Müllcontainer den Schaden verursacht. Der Deckel des Containers hatte sich gelöst und war gegen die Schilderbrücke gekracht.

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