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Dresdner Stadtfest fällt dieses Jahr aus

Die Corona-Regeln sind bei einem so großen Veranstaltungsbereich nicht einhaltbar, heißt es. Jetzt wird schon das nächste Jahr geplant.

Volle Straßen wie beim Stadtfest 2019 darf es dieses Jahr nicht geben. Das Stadtfest muss deshalb 2020 ganz ausfallen.
Volle Straßen wie beim Stadtfest 2019 darf es dieses Jahr nicht geben. Das Stadtfest muss deshalb 2020 ganz ausfallen. © René Meinig

Dresden. Jetzt steht es endgültig fest: In diesem Jahr wird es kein Dresdner Stadtfest geben. Auch der Ausweichtermin vom 2. bis 4. Oktober ist abgesagt. Das hat Organisator Frank Schröder, der das Fest im Auftrag der Stadt vorbereitet, gegenüber der Sächsischen Zeitung bestätigt. Man habe lange mit der Stadt alle Möglichkeiten geprüft.

Eigentlich wäre ganz Dresden bereits in zwei Wochen zur größten Party der Stadt unterwegs gewesen. Doch die Corona-Pandemie macht dies auch zum verschobenen Termin im Oktober noch unmöglich. Die Corona-Schutz-Verordnung schreibt für  Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern und bis Ende Oktober eine Kontaktnachverfolgung vor. Dies sei für das Stadtfest nicht umsetzbar, sagt Schröder. Denn die neun Bühnen und 15 Locations seien über die gesamte Innenstadt verteilt. "Unmöglich, dort alles zu kontrollieren", so der Organisator.

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Neuer Termin steht schon fest

Am Vormittag hatte bereits Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Rande eines Pressetermins gesagt, dass unter den aktuellen rechtlichen Bedingungen keine großen Veranstaltungen möglich seien. Es gehe nicht nur darum zu wissen, wer auf dem Stadtfest war. Auch die Zahl der Besucher zu begrenzen, womöglich durch Zäune, sei wirtschaftlich nicht umsetzbar.

Es ist erst das zweite Mal, dass das Stadtfest ausfallen muss. 2002 war es wegen der Jahrhundertflut abgesagt geworden. Die Organisatoren sind indes schon dabei, die Neuauflage für das kommende Jahr vorzubereiten. Gefeiert werden soll vom 20. bis 22. August 2021. Dabei kann aber nicht einfach das Konzept dieses Jahres übernommen werden. "Bei über 100 Akteuren wie Künstlern, Promotern, Händlern und anderen ist das unmöglich", sagt Schröder.

Parallel zum Stadtfest findet regelmäßig auch das Dampfschifffest statt, dessen Höhepunkt eine Flottenparade ist. Auch dieses Fest ist nun 2020 gestrichen. Die Dampfschifffahrt will allerdings an der Flottenparade festhalten. "Wir werden trotzdem am 3. Oktober eine Parade fahren", sagt Unternehmenssprecher Robert Körner. Nur wenige Restkarten seien noch verfügbar, weil viele Kunden von den ausgefallenen Paraden wie zur Saisoneröffnung und dem Dixielandfestival umgebucht hätten.

Für alle, die das Stadtfest überhaupt ermöglichen, darunter Künstler,  Bühnenbauer, Gastronomen und Eventmanager, ist die Absage ein weiterer finanzieller Verlust. Rund 500.000 Besucher zählt das Fest jedes Jahr. Damit ist es nicht nur für den Veranstaltungskalender der Stadt ein wichtiger Magnet, sondern auch für die Hotels und Restaurants in der Innenstadt ein Garant für ausgebuchte Häuser.

Zastrow: "Gar nicht zu feiern, ist keine Option"

Das Stadtfest komplett abzusagen, kann Dresdens FDP-Fraktionschef Holger Zastrow nicht so recht nachvollziehen. "Es mag sein, dass das Stadtfest in seiner bisherigen Form nicht durchführbar ist", sagte er am Donnerstag. "Das heißt aber nicht, dass die Stadt kein Fest feiern kann." Die Stadtverwaltung sei nun gefordert, alternative Festkonzepte auf den Weg zu bringen. "Es geht auch kleiner und feiner." Am Tag der Deutschen Einheit-Wochenende gar nicht zu feiern, sei jedenfalls keine Option. Zastrow erinnert daran, dass ans Stadtfest ein verkaufsoffener Sonntag gekoppelt ist. In Sachsen dürfen Geschäfte sonntags nur bei besonderen Anlässen öffnen. Sein Vorschlag? "Es ist zum Beispiel denkbar, im gesamten Stadtgebiet zu feiern und aus einem Netz verschiedener kleiner Kulturinseln erstmals ein stadtweites Stadtfest zu begehen. Viele Kultureinrichtungen, Eventbetriebe, Gastronomen und Einzelhändler wären mit Sicherheit für so ein Konzept zu begeistern."

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Die nächste Großveranstaltung nach dem Stadtfest wäre der Striezelmarkt. Ob der Weihnachtsmarkt dieses Jahr eine Chance hat, dazu haben sich am Donnerstag sowohl die Landesregierung als auch Oberbürgermeister Hilbert geäußert.

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