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Iraner beleidigt: DVB widersprechen Polizei

Ein Straßenbahnfahrer soll ein Pärchen aus dem Iran beleidigt haben. Jetzt gibt es aus Sicht der Dresdner Verkehrsbetriebe neue Erkenntnisse.

In einer Straßenbahn der Linie 13 soll der Fahrer ein Pärchen aus dem Iran beleidigt haben.
In einer Straßenbahn der Linie 13 soll der Fahrer ein Pärchen aus dem Iran beleidigt haben. © Archiv/Rene Meinig

Dresden. Ein 64-jähriger Straßenbahnfahrer soll am Montagabend ein Pärchen beleidigt haben, das aus dem Iran stammt. Das teilte die Polizei am Dienstag mit. Die Bahn war zu dieser Zeit durch Reick in Richtung Prohlis unterwegs. Nun haben sich die Verantwortlichen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) das Überwachungsvideo aus der Linie 13 angesehen und mit dem 64-jährigen Straßenbahnfahrer gesprochen.

Den angeblichen Beleidigungen war eine Szene vorausgegangen, die ebenfalls ein schlechtes Licht auf den Fahrer wirft. Der Mann soll der 21-Jährigen, die zu dem Pärchen aus dem Iran gehört, "Luftküsse" zugeworfen haben, meldete die Polizei. Da war die Tür der Fahrerkabine noch geschlossen. Der Begleiter der Frau bekam das trotzdem mit und gab dem Fahrer mit einer Handbewegung zu verstehen, dass er das lassen solle, berichtete die Polizei. Dann öffnete der Fahrer die Kabinentür und beleidigte das Pärchen, hieß es weiter. An der Haltestelle Lohrmannstraße stiegen der Mann und die Frau schließlich aus der Straßenbahn aus.

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Jetzt gibt es Neuigkeiten, die dem Fahrer helfen könnten. "Er stellt den Vorgang anders dar", sagt DVB-Sprecher Falk Lösch auf SZ-Nachfrage. Die Verantwortlichen hätten mit ihm gesprochen, selbst DVB-Vorstand Lars Seiffert, der bei dem Unternehmen unter anderem für das Personal zuständig ist, sei bei dem Gespräch dabei gewesen. Außerdem haben die Verkehrsbetriebe-Chefs das Video gesichtet, das automatisch in der Bahn aufgezeichnet wurde. Das Fazit: "Wir können den Vorgang anhand der uns vorliegenden Informationen nicht bestätigen." Auch bei noch geschlossener Tür zur Fahrerkabine sei auf dem Video nichts zu sehen, was dem von der Polizei beschriebenen Ablauf entspricht. Der Fahrer ist weiter im Dienst.

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Die Polizei ist mit ihren Ermittlungen noch nicht so weit wie die Verkehrsbetriebe. Der Staatsschutz untersucht den Fall, auch der Fahrer werde noch befragt, sagte Polizeisprecher Marko Laske am Donnerstag. Die Verkehrsbetriebe halten fest: "Bis zu einer anderen Erkenntnis gilt für unseren Fahrer die Unschuldsvermutung." Das ist auch der Grund dafür, dass der 64-Jährige weiter im Dienst ist. 

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