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Taxi-Ärger vor Kulti und Staatsoperette

Weil sie keine Plätze mehr finden, holen Dresdner Taxifahrer die Gäste nicht mehr vor der Tür ab.

. Alexander Noack (43, Taxifahrer) ist Betroffener. Er ärgert sich über fehlende Stellflächen.
. Alexander Noack (43, Taxifahrer) ist Betroffener. Er ärgert sich über fehlende Stellflächen. © Christian Juppe

Dresden. Wer nicht mehr so gut zu Fuß ist oder sein Abendkleid bei Regen nicht durch die Pfützen schleifen will, konnte sich bisher ein Taxi direkt vor den Kulturpalast bestellen. Doch damit ist seit einer Weile Schluss. 

Denn seit der Sanierung des "Kulti" ist der Taxi-Platz direkt vor dem Haus gestrichen worden und ein Taxistand in der Schloßstraße wurde eingerichtet. Zu weit zu Fuß für viele ältere Kunden, sagen die Taxifahrer. Da sie aber, wenn sie die Kunden doch direkt vor der Palast-Tür abholten, nach eigenen Angaben viele Knöllchen bekamen, gab es Ärger. 

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"Wir wissen einfach nicht, wo wir uns hinstellen sollen, wenn wir auf die Gäste warten", sagte Taxifahrer Andreas Noack zu Jahresbeginn. Denn auf der Schloßstraße gebe es nicht genügend Stellplätze. Nötig wären mindestens 40, so Noack. Nur von 20 bis 23 Uhr dürften dort Taxis stehen und dann sei auch nur Platz für zwölf Autos. Wenn sie aber vor dem Kulturpalast stehen, würden sie häufig Knöllchen bekommen, so Noack.

Im Januar stellte die Taxi-Genossenschaft nach eigenen Angaben den Taxi-Abholservice vor dem Kulturpalast komplett ein. Das Unternehmen wolle damit seine Fahrer vor Knöllchen und den Auseinandersetzungen mit der Stadt schützen. Chef Jan Kepper befürchtet, dass nun gerade für ältere Dresdner der Weg zu Veranstaltungen immer schwerer werde, da sie oft die Strecke vom Kulti bis zur Schloßstraße nicht schafften. Er wünschte sich Gespräche mit der Stadt.

Stadtrat greift Taxi-Streit auf

Nun äußert sich Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zum Taxi-Streit. "Seitens der Philharmonie wird die bisherige Situation auf dem Vorplatz vor allem aus Sicherheitsgründen als unhaltbar angesehen", so Hilbert auf eine AfD-Anfrage. Im Interesse der Konzertbesucher befürworte er Taxistände im näheren Umfeld. "Hier bieten sich die Taxistände in der Galeriestraße als auch in der Schloßstraße an", so der Oberbürgermeister. Das Halten zum Ein- und Aussteigen der Fahrgäste sei quasi immer möglich. Eine Möglichkeit, Taxen als Sonderfahrzeuge einzustufen, gebe es nicht. Das Straßen- und Tiefbauamt prüft jedoch auch die Möglichkeit, weitere Taxiplätze im Umfeld vom Kulturpalast einzurichten. 

Kepper fordert, dass das Thema so schnell wie möglich im Stadtrat besprochen wird und damit der Antrag der CDU-Fraktion, mit dem sich die Situation vor dem Kulti verbessern soll. "Wir bieten weiter keinen Abholservice vor dem Kulturpalast an", so Kepper. Dafür gebe es viel Kritik der Gäste. Er bittet, diese an die Verantwortlichen der Stadt weiterzugeben. Das gleiche Problem hätten seine Fahrer auch an der Staatsoperette und der Semperoper. "Auch dort ist immer alles zugeparkt, und wenn unsere Fahrer die Gäste abholen wollen, wissen sie nicht, wo sie ihre Autos parken sollen", sagt Kepper. 

CDU-Stadtrat Mario Schmidt hat einen Änderungsantrag geschrieben, in dem er vorschlägt, dass die Taxis künftig, wenn sie Fahrgäste abholen wollen, auf der Galeriestraße vor einem Seiteneingang parken dürfen. "Dann schaffen es auch Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, ins Auto", so Schmidt. Die Fahrer sollten aber in ihren Autos bleiben und nicht mehr die Gäste an der Tür abholen. "So können sie bei einem Feuer schnell die Fahrzeuge wegfahren", sagt Schmidt.

SPD-Stadtrat Richard Kaniewski sieht in der Galeriestraßen-Lösung auch eine gute Option. "Direkt an der Wilsdruffer wäre ein Taxi-Platz zu gefährlich", sagt er. Um eine schnelle Reaktion im Notfall zu gewährleisten, begrüßt er auch den Vorschlag, dass die Fahrer die ganze Zeit im Auto sitzen bleiben und nicht den Fahrgästen entgegen gehen. 

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