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Ein Tennis-Star überraschend in Dresden

Während Andrea Petkovic beim Bundesliga-Auftakt doch fehlt, spielt Laura Siegemund für den Gegner. Doch ausgerechnet sie hat eine Erklärung für die Kollegin.

Laura Siegemund schlägt überraschend für Karlsruhe in Dresden auf.
Laura Siegemund schlägt überraschend für Karlsruhe in Dresden auf. © Christian Juppe

Das Standesamt Dresden an der Goetheallee ist Luftlinie knapp 500 Meter entfernt vom Waldpark. Dort hätte der Erstliga-Aufsteiger TC Blau-Weiß Blasewitz gern seine frische Beziehung mit Tennis-Star Andrea Petkovic vertieft. Die 31 Jahre alte Fedcup-Spielerin und ehemalige Nummer neun der Weltrangliste hatte im März überraschend beim Bundesliga-Neuling in Dresden angeheuert.

Doch die Tennis-Fans in Sachsen müssen sich in der Hoffnung auf einen Petkovic-Aufschlag um knapp fünf Wochen vertrösten lassen. Bis einen Tag vor dem Ligastart war unklar, ob die nominelle Nummer eins das erste Heimspiel gegen Vizemeister TC Rüppurr Karlsruhe absolvieren kann. Das in Jugoslawien geborene Tennis-Ass wollte sich beim mit knapp sechs Millionen Euro dotierten Mutua Madrid Open durch die Qualifikation ins Hauptfeld spielen. Der Plan schlug fehl, am Samstag schied die Nummer 64 der Weltrangliste in der zweiten Vorrunde aus.

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Der Karlsruherin Laura Siegemund erging es ebenso. Doch die stand am Sonntag auf dem Platz im Waldpark und gewann – als Nummer zwei gesetzt – gegen die Blasewitzerin Varvara Flink in einem hochklassigen Match in drei Sätzen und trug damit maßgeblich zum deutlichen 6:3-Erfolg bei. Doch weshalb nahm Siegemund die Tortur auf sich – und Petkovic nicht? Das werden sich sicherlich einige beim mit 900 Zuschauern gut besuchten Bundesliga-Auftakt gefragt haben. „Das hat auch mit Lauras Verbundenheit mit dem Klub zu tun“, erläutert Karlsruhes Teamkapitän Markus Schur. Die 31-Jährige spielt mit einer kurzen Unterbrechung 15 Jahre für den Verein. „Ich habe in Madrid leider verloren, wollte also gar nicht hier sein. Da fragte mich mein Trainer: Wie ist es jetzt mit dem Ligaspiel? Ich habe mich dann entschieden: Okay, das bekomme ich hin“, erzählt Siegemund nach ihrem überzeugenden Auftritt.

Für Dresden lieferte  Varvara Flink ein starkes Match, musste sich aber der Favoritin geschlagen geben.
Für Dresden lieferte  Varvara Flink ein starkes Match, musste sich aber der Favoritin geschlagen geben. © Christian Juppe

Spontan von Madrid nach Dresden

„Ich habe noch einen Happen gegessen, bin ins Hotel, Koffer gepackt, zehn Minuten Stretching und dann zum Flughafen“. Samstag, 20 Uhr, saß die 105. der Weltrangliste in der Maschine, landete 23 Uhr in Berlin und wurde dort von Markus Schur mit dem Auto abgeholt. Nachts um eins trafen sie im Hotel in Dresden ein. Klubkollegin Anna Bondar sogar erst 3.30 Uhr – von einem Turnier aus Sardinien. Um elf stand Siegemund auf dem Centre Court. „Das ist ja nicht das erste Mal. Während der Liga sind immer parallel Turniere, das ist gewohnter Stress“, betont sie.

Dem konnte oder wollte sich Petkovic offenbar nicht aussetzen. Der Blasewitzer Teammanager Sven Grosse hatte nach eigener Aussage drei Tage lang keinen Kontakt zu seiner Star-Spielerin. Ihre Weggefährtin Siegemund warb jedoch um Verständnis, weil es bei den großen Turnieren die Lucky-Loser-Regelung gibt. Die besagt: Wenn eine Spielerin des Hauptfeldes sich kurzfristig verletzt oder aus anderen Gründen abmeldet, rückt eine Verliererin der letzten Qualirunde nach. Dabei spielt auch die Weltranglisten-Platzierung eine Rolle. „Petko wäre einer der ersten Lucky Loser gewesen. Es ist schwierig, zwischen Warten und schneller Abreise abzuwägen, weil einem die Matches in der Bundesliga für die Weltrangliste nichts bringen. Das kommt auf die Situation an“, sagte Siegemund.

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Sven Grosse hatte sich mit der Situation abgefunden. „Das war nicht das Duell, das wir für den Klassenerhalt gewinnen müssen“, sagte der Rechtsanwalt, der bereits vorher versprochen hatte: „Wenn Andrea Petkovic nicht beim Heimauftakt spielt, dann definitiv beim zweiten Heimspiel.“ Das steigt am 7. Juni gegen Essen. An dem Versprechen werden sich alle Beteiligten messen lassen müssen.