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Dresden: Über 100 Hinweise auf den Wolf

Im Frühsommer gab es mehrere Schafsrisse. Auch jetzt kommt das Tier immer wieder an die Stadt heran.

Ein Wolf und sein Rudel siedelten sich in Dresden an.
Ein Wolf und sein Rudel siedelten sich in Dresden an. © Symbolfoto: Carsten Rehder/dpa

Dresden. Immer wieder wird der Wolf in der Dresdner Heide gesichtet. In und bei Dresden gab es in diesem Jahr schon 145 Hinweismeldungen, so Karin Bernhardt vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Davon wurde zwölf mit "C1" bewertet. Diese Kriterium steht für einen eindeutigen Nachweis wie einen Totfund oder ein Bild des Tieres.

Auch das Rudel, das sich in der Heide angesiedelt hat, wurde anhand von Fotofallenaufnahmen und Sichtungsmeldungen über die Monate Januar bis Juli immer wieder gesehen, so das Landesamt auf SZ-Anfrage. Im August gab es zum jetzigen Stand noch keine Sichtung und kein Fotofallenbild. Alle Sichtungen oder Fotofallenmeldungen stammen aus dem östlichen Bereich der Dresdner Heide.

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Erst Ende Juni sorgte der Wolf immer wieder für Aufregung in der Stadt und unter den Landwirten. Aus einer Herde in Weißig mit 16 Tieren sind sieben Schafe getötet worden, alle mit Kehlbiss. Auch in Ullersdorf, in unmittelbarer Nähe zu Weißig, wurde kurz zuvor ein Schaf vom Wolf gerissen. Bernhardt, die Sprecherin des Landesamtes, appelliert immer wieder an die Besitzer von Schafen, ihre Herden besser zu schützen. Die entsprechenden Zäune würden zu 100 Prozent gefördert und es gebe in ihrem Amt eine Herdenschutzberatung. "Nutztiere sind für den Wolf leichtere Beute, wenn sie nicht ausreichend geschützt sind, als Wildtiere", sagt sie. 

Dass der Wolf meist nachts die Schafe angreift, sei absolut typisch für die Wildtiere, sagt Markus Biernath, Forstbezirksleiter bei Sachsenforst. "Sie sind scheu, und sie wollen eine Begegnung mit dem Menschen vermeiden." Er sieht aber keinen Zusammenhang zwischen den vermehrten Wolfsrissen im Frühsommer und den ruhigeren Coronazeiten, in denen sich die Wölfe vermeintlich näher an den Menschen herangetraut hätten. Im Gegenteil: Die Wälder seien in  Pandemiezeiten viel eher von den Menschen zum spazieren genutzt worden. 

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Der Naturschutzverband Nabu bewertet die sich vermehrenden Wölfe als ein Zeichen dafür, dass es auch für einst ausgerottete heimische Tierarten heute  genügend Lebensraum gibt. Wölfe würden keine menschenleere Wildnis benötigen, sondern Rückzugsräume für die Aufzucht ihrer Jungen sowie genügend Beute. Dass die Wolfspopulation deutschlandweit jährlich um ein Drittel anwächst, sei bei der hohen Wilddichte normal.

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