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Dresden bekommt neuen Unverpackt-Laden

In Löbtau wird ein weiteres Unverpackt-Geschäft öffnen. Es ist bereits das vierte in Dresden. Damit wird die Stadt zum Vorreiter.

Thomas Felsch (l.) und Kevin Brüser wollen den ersten Unverpackt-Laden in Löbtau eröffnen. Im Stadtteil sind sie keine Unbekannten.
Thomas Felsch (l.) und Kevin Brüser wollen den ersten Unverpackt-Laden in Löbtau eröffnen. Im Stadtteil sind sie keine Unbekannten. ©  Christian Juppe

Einen Laden haben sie schon gefunden - und zwar einen ziemlich großen. Im Erdgeschoss eines Löbtauer Altbaus bietet das Geschäft auf 300 Quadratmetern reichlich Platz. Die Lage an der Ecke Reisewitzer/Schillingstraße in direkter Nähe zur Kesselsdorfer Straße klingt vielversprechend für ihr Projekt. Thomas Felsch und Kevin Brüser wollen einen neuen Unverpackt-Laden eröffnen. Das "2Gut" wird der vierte in Dresden sein. 

Schon seit 2015 am Start ist das "Lose" auf der Böhmischen Straße in der Neustadt. Gleich zwei sind in diesem Jahr dazugekommen: das "Binnes unverpackt" in der Dornblüthstraße in Striesen und das "Quäntchen Dresden" in der Oschatzer Straße in Pieschen. 

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In den vergangenen fünf, sechs Jahren haben deutschlandweit mehr als 100 dieser Geschäfte geöffnet. Seit 2018 gibt es einen Berufsverband der Unverpackt-Läden, ein Verein, der in Nürnberg gegründet wurde. Der Trend ist längst auch in Dresden angekommen - und scheint hier durchaus Zukunft zu haben, denn die Nachfrage steigt. 

Erst im November ist der Neustädter Lose-Laden umgezogen - auf der Böhmischen Straße ein Ladenlokal weiter, weil dort mehr Platz ist. Der alte Laden war zu klein geworden, weil nicht nur die Neustädter dort einkaufen, sondern inzwischen Kunden aus ganz Dresden kommen. 

Mehr Unverpackt-Läden als in Berlin

Eine Chance für Thomas Felsch und Kevin Brüser, die nun das erste Angebot im Dresdner Westen schaffen. "Löbtau hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert", sagt Felsch, der seit zwölf Jahren im Thomas-Sport-Center an der Kesselsdorfer Straße arbeitet und den Stadtteil gut kennt. Viele Familien seien hergezogen, und natürlich leben auch etliche Studenten in den Vierteln nahe der Hochschulen. Alles künftige Kunden, sind sich die beiden Betreiber sicher. 

Mit dem bereits vierten Unverpackt-Laden wird Dresden in Sachen plastikfreiem Einkaufen zum Vorreiter, zumindest im Osten. In Leipzig gibt es zurzeit drei dieser Läden, in Chemnitz einen. Selbst Berlin hat nicht mehr zu bieten: Im gesamten Stadtgebiet sind es dort drei, allerdings sind drei weitere Geschäfte in Planung. 

Am 2. Mai soll das Löbtauer "2Gut" zum ersten Mal öffnen. Die Idee dazu reifte bei Kevin Brüser, als er ein halbes Jahr mit seiner Familie und per Lastenrad nach Portugal unterwegs war. "Ich hatte mein Wirtschaftsstudium in der Tasche und auf der Reise viel Zeit darüber nachzudenken, was ich nun machen will." 

Auch Thomas Felsch wollte sich nach zwölf Jahren als Fitnesstrainer im Thomas-Sport-Center beruflich noch einmal verändern. Sein Chef Falk Noack unterstützt ihn dabei, auch wenn er dadurch einen Mitarbeiter verliert. Auch, weil er die Sache gut findet. "Viele sprechen immer nur vom Umweltschutz. Aber es muss auch aktiv etwas getan werden", sagt Noack. 

"Wir wollen absolut kein Plastik in unserem Laden"

Den freien Laden an der Reisewitzer Straße hat Thomas Felsch eines Tages auf dem Weg zur Arbeit entdeckt, nach einem Anruf und einem Treffen mit dem Vermieter war schnell geregelt, dass das Eckgeschäft zum Einkaufsladen umgebaut wird. Um die Kosten von gut 24.000 Euro zu decken, starten Felsch und Brüser jetzt eine sogenannte Crowdfunding-Aktion

Damit wollen sie aber nicht nur Geld für den Umbau sammeln, sondern auch für die Glasbehälter, aus denen sich ihre Kunden später lose Lebensmittel wie Müsli und Mehl, aber auch Hygieneprodukte wie Duschbad und Waschmittel abfüllen können. "Wir wollen absolut kein Plastik in unserem Laden."

Mit weiteren 42.000 Euro wollen die beiden Unternehmer bis Ende 2020 einen Onlineshop einrichten und Lastenräder anschaffen, um im Umkreis von etwa zehn Kilometern ihre Waren auch nach Hause liefern zu können. Was sie anbieten, soll übrigens nicht nur plastikfrei sein, sondern auch bio und regional. "Wir wollen zeigen, dass grundsätzlich alles, was man kauft, aus Sachsen kommen kann", sagt Felsch. Die Preise würden sich in etwa an denen eines Bioladens orientieren. 

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Neben dem Unverpackt-Laden sollen in einem flachen Anbau an der Schillingstraße später auch Workshops stattfinden. Natürlich zum Thema Plastikmüll und wie er vermieden werden kann. Vor allem Kita-Kinder und Schüler sollen dadurch lernen, wie wichtig diese Themen heute sind.

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