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Dresden verteilt kostenlose Notfalldose

Nicht nur Senioren sind im Notfall auf schnelle Hilfe angewiesen. Wie ein kleiner Behälter Leben retten kann und warum er im Kühlschrank stehen sollte.

Rettungssanitäter Frank Friedrich weiß, wie wichtig schnelle Informationen über den Patienten im Ernstfall sind. Diese sollen in der Dose vermerkt werden.
Rettungssanitäter Frank Friedrich weiß, wie wichtig schnelle Informationen über den Patienten im Ernstfall sind. Diese sollen in der Dose vermerkt werden. © René Meinig

Dresden. Im Notfall muss es schnell gehen, sagt Frank Friedrich. Der 37-Jährige ist Rettungssanitäter und Oberbrandmeister in Dresden und weiß, dass manchmal schon Sekunden über Leben und Tod entscheiden können. Besonders jetzt, bei großer Hitze, häufen sich die Einsätze, vor allem älteren Menschen machen die Temperaturen zu schaffen. Damit die Rettungskräfte dann schnell helfen können, sollten Senioren eine sogenannte Notfalldose vorbereiten und im Kühlschrank platzieren. Das Gute: Die kleinen Plastikbehälter gibt es jetzt kostenlos.

Die weiß-grüne Notfalldose hilft Sanitätern und Notärzten im Ernstfall mit wichtigen Informationen, etwa über den Gesundheitszustand. Auf einem kleinen Merkblatt haben die Patienten persönliche Angaben, Medikamente, Blutgruppe, Allergien und Vorerkrankungen vermerkt. Auch bereits durchgeführte Operationen können Aufschluss geben. "Wenn auch dabei steht, wo die Patienten operiert oder behandelt wurden, können wir gleich in das entsprechende Krankenhaus fahren", erklärt Frank Friedrich. Weitere Angaben, etwa über einen Herzschrittmacher oder andere eingesetzte Implantate, aber auch die Versicherungsnummer und die Kontaktdaten des Hausarztes und Angehöriger helfen im Notfall, wichtige Zeit zu sparen.

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Infos in der Dose müssen aktuell sein

Wichtig dabei ist, dass die Informationen immer auf dem aktuellen Stand sein müssen. Ein Aufkleber, der ebenfalls in der Dose zu finden ist und an der Innenseite der Wohnungstür sowie am Kühlschrank angebracht wird, weist den Rettern den Weg. 

Und warum muss die Notfalldose in den Kühlschrank? In Schränken oder Taschen dürfen Helfer auch im Notfall nicht ohne Erlaubnis suchen. Oft seien die Menschen aber gar nicht in der Lage, ihr Einverständnis zu geben.

"Der kleine Lebensretter aus Plastik hat sich bereits bundesweit bewährt", sagt Dresdens Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke). "Wer sich für die Notfalldose interessiert, sollte sich bei einer Seniorenbegegnungsstätte oder beim Sozialamt melden." Auch in den Stadtbezirksämtern sind sie zu haben. "Wir würden uns wünschen, dass so eine Notfalldose in jedem Dresdner Haushalt zu finden ist", so Kaufmann. 

Die Notfalldose mit Inhalt: Notfall-Infoblatt sowie ein Aufkleber für Kühlschranktür und einer für die Innenseite der Eingangstür.
Die Notfalldose mit Inhalt: Notfall-Infoblatt sowie ein Aufkleber für Kühlschranktür und einer für die Innenseite der Eingangstür. © Stadtverwaltung Dresden

Immerhin jeder vierte Dresdner ist älter als 60 Jahre und kann schnell auf Hilfe angewiesen sein. Das Sozialamt hat bereits mehr als 2.500 Notfalldosen vor allem an Verbände und Einrichtungen der Alten- und Seniorenhilfe verteilt. Dresden hat insgesamt 29 Beratungs- und Begegnungsstellen für Ältere und ihre Angehörigen. Die Adressen und allgemeine Informationen für Dresdner Senioren gibt es unter www.dresden.de/senioren 

Frank Friedrich hat noch einen weiteren Tipp, damit der Rettungseinsatz ohne lange Verzögerungen klappt: "Für uns ist das Zeitfenster immer das größte Problem. Deshalb ist es immer gut, wenn Nachbarn einen Wohnungsschlüssel haben." 

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