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Baustopp am Ferdinandplatz würde 20 Mio. Euro kosten

Wegen der Corona-Krise ist der Bau des Verwaltungszentrums zunächst ausgesetzt. Eine Wählervereinigung wollte ihn zuvor stoppen. Warum das so teuer wäre.

Dieser erste Entwurf des neuen Verwaltungszentrums ist längst verworfen. Wegen Corona gibt es bereits eine Verzögerung, ein Stopp wäre richtig teuer.
Dieser erste Entwurf des neuen Verwaltungszentrums ist längst verworfen. Wegen Corona gibt es bereits eine Verzögerung, ein Stopp wäre richtig teuer. © BARCODE Architects/Landeshauptstadt Dresden

Dresden. Der Neubau am Ferdinandplatz soll nicht nur die meisten Teile der Stadtverwaltung im Dresdner Zentrum konzentrieren. Es soll der Start für eine moderne Verwaltung werden.

Doch die Kosten sind hoch. Einige kritisieren den Rathaus-Neubau als Prestige-Projekt der Stadt. Jetzt gibt es Antworten, was ein sofortiger Stopp kosten würde.

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Bereits seit einigen Jahren plant die Stadt, ein neues Verwaltungszentrum auf dem einstigen Parkplatz neben dem Karstadt-Gebäude. Die ursprünglichen Pläne sahen zwei Komplexe vor. Für rund 162 Millionen Euro sollten moderne Arbeitsplätze für etwa 1.600 Mitarbeiter der Verwaltung entstehen.

Es gab Zoff um den geplanten Turm. Dieser ist mittlerweile deutlich gekappt. Aus Kostengründen soll zunächst nur ein Gebäude errichtet werden. Dieses würde 139 Millionen Euro kosten und Platz für rund 1.300 Stadtbedienstete bieten.  

Aufhebung des Verfahrens wäre wohl rechtswidrig

Die Freien Wähler haben ein Moratorium dazu beantragt, eine Art Eil-Stopp. Der Bau sei zu teuer, das Geld könne für andere Projekte besser eingesetzt werden, so die Argumente. Einen entsprechenden Eilantrag ließ Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) allerdings nicht zu.

Ein Stopp würde mehr Schaden anrichten, als Geld zu sparen, sagte Hilbert. Der Antrag ist jedoch in den Ausschüssen und der Stadtrat entscheidet wohl nach der Corona-Krise darüber. 

Freie-Wähler-Stadtrat Torsten Nitzsche wollte nun genau wissen, welche Konsequenzen ein Stopp hätte. Die Wählervereinigung wollte den Prozess mindestens so lange anhalten, bis der Haushalt für 2021/2022 vorliegt und klar ist, ob für andere Projekte Geld fehlt. Nun liegt die Antwort von OB Hilbert dazu vor. 

Die kurze Antwort lautet: mindestens 20 Millionen Euro. Die Summe setzt sich aus vielen Positionen zusammen, die Hilbert auflistet.

"Nach juristischer Prüfung hat eine Verschiebung erhebliche Auswirkungen auf Termine und Baupreisentwicklungen", so Hilbert. Die Aufhebung des bisherigen Verfahrens wäre laut OB wohl möglich, aber rechtswidrig.

Miete für Ersatzräume würde am meisten Kosten

Deshalb müssten die bisherigen Bieter für ihre entstandene Arbeit entschädigt werden. Das würde die Stadt rund 1,5 Millionen Euro kosten. Ein neues Bieterverfahren weitere 500.000 Euro. Die beauftragten Bauarbeiten zu stoppen und den Platz wieder herzustellen, würde 300.000 bis 500.000 Euro kosten. Die Neuvergabe der Leistungen, bei einem Verzug von eineinhalb Jahren, wäre bei der Baupreisentwicklung rund 6,6 Millionen Euro teurer als derzeit. Für die Mitarbeiter, die ab 2025 dort untergebracht werden sollen, müssten stattdessen Büros gemietet werden - die derzeitigen sind bereits gekündigt. Das würde laut Stadtverwaltung für 1.300 Mitarbeiter und zwei Jahre rund elf Millionen Euro kosten. Macht zusammen mehr als 20 Millionen Euro.

Dazu kommt, dass das richtige Rathaus dringend weiter saniert werden müsse. Viele  Mitarbeiter müssen in dieser Zeit das Gebäude verlassen. Können sie nicht ins neue Verwaltungszentrum, müssen auch für sie Büros gemietet werden.

Das könne auch nicht damit kompensiert werden, den Parkplatz auf dem Ferdinandplatz zu reaktivieren. Dieser hat laut Stadt rund 200.000 Euro an Parkgebühren pro Jahr eingebracht.

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