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Dresden

Ein Dresdner Meisterwerk der Ostmoderne

Die Prager Straße galt vor dem Krieg als eine der beliebtesten Einkaufsmeilen Deutschlands. Teil 8 unserer Serie "Vier Zeiten - vier Ansichten".

Die Verwandlung der Prager Straße am Wiener Platz.
Die Verwandlung der Prager Straße am Wiener Platz. © Montage/Sächsische.de

Die Prager Straße in der Seevorstadt zwischen Hauptbahnhof und Altmarkt gehörte vor 1945 zu den bedeutenden Flaniermeilen Deutschlands. 

Ab 1851 erbaut, entstand ein dichtes Viertel mit repräsentativen Häusern, in denen sich Bankiers, Anwälte, Hoteliers, Bäcker, Kino- und Theaterbetreiber, Galeristen und Händler ansiedelten. Auf der 17 Meter breiten Verkehrsader mit Straßenbahn trat links und rechts mit den oft überladen verzierten Fassaden ein neues Selbstbewusstsein der reichen Bürger hervor. Bedeutend waren unter anderem das Residenzkaufhaus, das Gebäude der Feuerversicherungsgesellschaft mit dem Kaiser-Café sowie das fünfgeschossige Viktoriahaus im Stil der Neorenaissance. 

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Was für ein Leben war das in den 1930er-Jahren in der Prachtstraße Dresdens. Menschen, Straßenbahnen, Busse, Geschäfte, Etablissements und überall Werbung.
Was für ein Leben war das in den 1930er-Jahren in der Prachtstraße Dresdens. Menschen, Straßenbahnen, Busse, Geschäfte, Etablissements und überall Werbung. © Sammlung H. Naumann

Die Prager Straße wurde bei den Luftangriffen 1945 zerstört, die beschädigten Gebäude später abgerissen und bei der Enttrümmerung das Gebiet komplett beräumt. Eine leere Fläche lag vor dem Hauptbahnhof. Nur das Hotel „Excelsior“ blieb bis 1969 stehen.

Eine Ikone, eingebrannt in das kollektive Gedächtnis der Dresdner, war das ausgebrannte Gebäude der Dresdner Feuerversicherung, dahinter die Prager Straße - hier zu sehen nach 1945.
Eine Ikone, eingebrannt in das kollektive Gedächtnis der Dresdner, war das ausgebrannte Gebäude der Dresdner Feuerversicherung, dahinter die Prager Straße - hier zu sehen nach 1945. © SLUB, Deutsche Fotothek, Richard Petersen

Ab 1965 entstand eine neue, 60 Meter breite und 700 Meter lange Fußgängerzone, eine geschlossene Stadtlandschaft aus Plattenbauten, die der Idee einer offenen, hellen Nachkriegsmoderne folgte. An der Ostseite erhob sich ein 240 Meter langer Wohnriegel mit Geschäften, davor Pavillons mit Verkaufsräumen. 

Gegenüber markierte das großformatige Wandbild „Dresden grüßt seine Gäste“ am Restaurant „Bastei“ den Beginn der Fußgängerzone. Durchgängige Pergolen vor den sich daran anschließenden Ladenpavillons und Hotels gaben der Anlage eine klare Struktur. Das Interhotel „Newa“, das in den 1970er-Jahren am nördlichen Ende der Prager Straße errichtete „Rundkino“, das Restaurant „International“ und das 1978 eröffnete Centrum-Warenhaus sowie die Brunnenanlagen setzten Akzente.

Nicht wiederzuerkennen ist die neue Prager Straße um 1970.
Nicht wiederzuerkennen ist die neue Prager Straße um 1970. © SLUB, Deutsche Fotothek, Walter Hahn

Architekturkritiker feiern heute diesen Modellfall als Meisterwerk der sozialistischen Städtebaukunst mit internationalem Anspruch. Nach der Flut 2002 erhielt die Straße ein neues Gesicht, wurde verdichtet und überbaut. Es entstand eine funktionale Einkaufs- und Fastfoodmeile mit ostalgischen Elementen.

Heute sind der Wiener Platz und die Prager Straße nahezu wieder vollständig bebaut und belebt.
Heute sind der Wiener Platz und die Prager Straße nahezu wieder vollständig bebaut und belebt. © Ö Grafik, sk

Noch mehr historisches Dresden

Panometer: Derzeit ist im Panometer das 360°-Panorama-Bild „Dresden 1945“ zu sehen.

Ausstellung: Am 7. Februar hat die Zusatzausstellung zu Peter Ufers neuem Buch „Dresden – Vier Zeiten, Vier Ansichten“ eröffnet. Diese Ausstellung ist seitdem im Panometer zu sehen.

Alte Fotos: Wenn Sie alte Bilder aus dieser Zeit von Dresden haben, senden Sie uns diese gerne per Mail an Sächsische.de.

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In unserer neuen Serie "Vier Zeiten - vier Ansichten" beleuchten wir, wie sich markante Orte der Stadt verändert haben. Hier finden Sie alle Teile der Serie.

Das Buch zur Serie erscheint in der DDV EDITION: Peter Ufer, „DRESDEN – Vier Zeiten, vier Ansichten“. Es ist es im Handel erhältlich. 0351/4864 1827 oder auf www.ddv-lokal.de.

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