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Waldschlößchen-Leuchten ausgefallen

Auf der Dresdner Waldschlößchenbrücke müssen schon wieder LED-Lichtleisten erneuert werden. Die eingebaute Technik gibt nun aber Hoffnung.

René Kupke (l.) und Thomas Müller wechselten in dieser Woche mehrere ausgefallene LED-Lichtleisten auf der Waldschlößchenbrücke.
René Kupke (l.) und Thomas Müller wechselten in dieser Woche mehrere ausgefallene LED-Lichtleisten auf der Waldschlößchenbrücke. © René Meinig

Dresden. René Kupke und Thomas Müller ziehen an diesem Vormittag die Blicke von Autofahrern und Passanten auf sich. Auf der Waldschlößchenbrücke haben die Fachleute einen Job, der mittlerweile zur Routine geworden ist. Zwar hat sich die einst umstrittene Brücke als solide erwiesen. Bei der jüngsten Hauptprüfung hatte sie mit 1,2 eine sehr gute Note erhalten. Dennoch gibt es von Anfang an immer wieder Ärger, da die Lichtleisten in den Handläufen der Geländer ausfallen.

Und das, obwohl sie eine besondere Technik hat. Ursprünglich sollten auf der Waldschlößchenbrücke normale Straßenleuchten aufgestellt werden. Doch dann wurden für das früher umstrittene Bauwerk LED-Leuchten konstruiert. Sie waren ein Bestandteil des Kompromissvorschlages, mit dem die Stadt den später aberkannten Unesco-Welterbetitel retten wollte. Statt der einst vorgesehenen normalen Straßenlaternen wurden die 1.322 knapp einen Meter langen Lichtleisten an den Geländer-Innenseiten geplant. Vor allem Fußgängern und Radfahrern sollen sie heimleuchten. 

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Die LED-Leuchten sind in den Handläufen montiert. Die Technik sollte eigentlich sehr langlebig sein. Doch kaum waren die Lichtleisten montiert, hauchten sie nach der Brückeneröffnung vor fast sieben Jahren im Dauer-Rhythmus ihr Leben aus. Insgesamt sind schon über 571 Lichtleisten ausgefallen, teilt Doris Oser, die Referentin des Baubürgermeisters, mit. Allein in diesem Jahr mussten bisher 82 Lichtleisten erneuert werden.

Den Auftrag für Lieferung und Montage hatte einst das Unternehmen Elektro Dresden-West erhalten. Dieses ließ die Leuchten bei der Firma Hess Lichttechnik herstellen, die über Standorte im badischen Villingen sowie in Löbau verfügte. Im sächsischen Werk sollten die Leuchten für die sächsische Waldschlößchenbrücke gefertigt werden, kündigte Firmenchef Christoph Hess einst an. Extra dafür baute er in Löbau ein millionenteures LED-Entwicklungs- und Produktionszentrum aus. Als es Anfang 2013 fertig war, ging die Firma pleite. Zuvor hatte sie die 1.322 Lichtleisten aber noch geliefert. 

Düster sah es im Oktober 2016 am Fußweg der Waldschlößchenbrücke aus. Auf knapp 50 Metern strahlte keine der Leuchten, die in den Handläufen montiert sind.
Düster sah es im Oktober 2016 am Fußweg der Waldschlößchenbrücke aus. Auf knapp 50 Metern strahlte keine der Leuchten, die in den Handläufen montiert sind. © Foto: SZ/Peter Hilbert

Allerdings kamen die offenbar aus dem Werk im badischen Villingen, hatten einstige Löbauer Hess-Mitarbeiter der SZ berichtet. Den Betrieb in Villingen, den der schwedische Lichthersteller Nordeon übernommen hatte, gibt es noch heute.

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Die Hess-Nachfolgefirma liefert seit vergangenem Jahr auch neue LED-Leuchten, die länger halten sollen. Sie wurden in der Hoffnung getestet, dass sie länger durchhalten. Offenbar mit Erfolg. „Es wurden 40 Lichtleisten der neuen Charge zum Test auf der Waldschlößchenbrücke eingebaut“, hatte das Straßenbauamt bereits im Frühjahr erläutert. Ihre Lebensdauer ist mit 50.000 Stunden angegeben, was elf Jahren entspricht. Keine davon sei bis jetzt ausgefallen. Ersetzt wurden mussten bisher nur die alten LED-Strahler. Allerdings werden sie nur gewechselt, wenn sie ausfallen. Also wird es auch in den kommenden Jahren weiterhin viel Arbeit für Fachleute wie René Kupke und Thomas Müller geben.

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