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Warum Dresdens Wetter so gut passt

Der Temperatursturz am Wochenbeginn war heftig. Dazu kam viel Regen. Manche finden das genau richtig. Wir sagen trotzdem, wann der Spuk wieder vorbei ist.

Richtig unangenehm fing diese Woche an. Doch nicht jeder fand das kühle Regenschirmwetter gruselig. Meteorologen rechneten damit und haben dafür auch eine Erklärung.
Richtig unangenehm fing diese Woche an. Doch nicht jeder fand das kühle Regenschirmwetter gruselig. Meteorologen rechneten damit und haben dafür auch eine Erklärung. © René Meinig

Dresden. „Sauwetter“ würden Bayern sagen. Nichts anderes haben sicherlich viele Dresdner gedacht, als sie am Montagmorgen aus dem Fenster gesehen haben. Und tagsüber wurde es nicht besser. Der Regen nahm zu, die Temperatur ging in den Keller, nass und einstellig endete der Tag. Genau so, wie es die Wetterexperten vorhergesagt hatten.

Wer auf Regen gehofft hat, wird nicht unzufrieden gewesen sein. Thomas Hain war das auch nicht, aber aus anderem Grund. Der Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD) fand den Kälteeinbruch absolut passend. 

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„Besser kann's gar nicht klappen“, sagte er mit Blick auf Bauernregeln, denen zufolge am Montag die Eisheiligen angefangen haben. Dieser Begriff bezeichnet die Tage vom 11. bis zum 15. Mai. Sie haben oft Frostnächte, in denen den Bauern Verluste drohen, weil der Boden mit der frischen Saat gefrieren kann. Weil diese kalten Maitage Gedenktage für Heilige sind, werden sie die Eisheiligen genannt. Demnach war der Montag der Gedenktag für einen südfranzösischen Bischof aus dem fünften Jahrhundert. Der letzte dieser fünf Eisheiligen-Tage ist der Märtyrerin Sophia gewidmet.

An allen diesen Tagen, also bis zum Freitag, bleibt es deutlich kühler als am vergangenen Wochenende. Aber es geht nicht ganz so unangenehm weiter, wie die Woche angefangen hat. „Am Dienstag ist der Spuk im Wesentlichen vorbei“, sagt Hain. Dann hat es vorerst genug geregnet, die Wolken lockern etwas auf und es wird ein wenig wärmer. In den Bergen kann der zweite Werktag dieser Woche allerdings mit Schnee beginnen, warnt der Meteorologe. Die Wiesen und Bäume könnten „weiß bezuckert“ sein, etwa ab 700 Metern Höhe drohen glatte Straßen.

In den Nächten wird es frostig

Auch in Dresden rechnet Thomas Hain mit Frost, wer einen Garten hat, muss sich also darauf einstellen. Schon in der Nacht zum Dienstag könne es am Boden minus ein Grad kalt werden, in der Nacht zum Mittwoch sind sogar minus fünf Grad möglich. Tagsüber steigen die Temperaturen aber langsam wieder. Zweistellig werden sie vielleicht schon am Dienstag. 

Wärmer wird es dann aber erst wieder am Wochenende. Auch das passt also zu den Eisheiligen, die am Freitag enden. „Die 15 Grad sehen wir erst wieder am Wochenende“, ist Hain überzeugt. So warm wie am vergangenen Wochenende mit deutlich mehr als 20 Grad wird es vorerst nicht wieder. Die 20-Grad-Marke könnte vielleicht in der nächsten Woche erreicht werden, meint Thomas Hain.

Dass die Tage vor der Mai-Mitte regelmäßig recht kalt sind, hat natürlich nichts mit Heiligen zu tun. Es sei in dieser Zeit relativ typisch, dass die Luft im Norden noch kalt ist und im Süden schon warm, sagt Hain. Ein „Kampf der Luftmassen“ mache dann das Wetter aus. Wenn dazu Tiefs kommen, die vorübergehend kalte Luft nach Deutschland schaufeln, passt das Wetter zu den Bauernregeln. Im aktuellen ist das sogar eine „Kette von Tiefdruckgebieten“, sagt der Meteorologe. Zwei kleine liegen über Frankreich und Polen, ein weiteres und etwas größeres über Nordskandinavien. Sie heißen Aki1, Aki2 und Britta.

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