merken
PLUS

Dresden

So wird der Weißeritzknick flutsicher

Die Dresdner Wasserbauer arbeiten derzeit an einer Flutmulde. Warum es bei den Mauern auch um die Schönheit geht.

Der Weißeritzknick an der Löbtauer Hochstraße wurde so ausgebaut, dass der Fluss hier nur noch eine leichte Kurve schlägt.
Der Weißeritzknick an der Löbtauer Hochstraße wurde so ausgebaut, dass der Fluss hier nur noch eine leichte Kurve schlägt. ©  Foto: Rene Meinig

Dresden. Der Ausbau des Weißeritzknicks zwischen den Brücken Kesselsdorfer und Löbtauer Straße geht dem Ende entgegen. Bis Mitte dieses Jahres sollen alle Arbeiten abgeschlossen werden, teilt Projektleiter Christoph Rauch von der Landestalsperrenverwaltung (LTV) mit. Dieser einst fast rechtwinklige Abschnitt des Flusses war besonders gefährlich. Denn dort verlässt die Weißeritz ihr altes Bett in Richtung Cotta. Ende des 19. Jahrhunderts war sie verlegt worden. Bei der Jahrhundertflut 2002 war der reißende Strom dort über die Ufer getreten und hatte sich seinen Weg in die Dresdner Innenstadt gebahnt.

Deshalb baut die Landestalsperrenverwaltung (LTV) die Weißeritz seit 2009 so aus, dass sie selbst eine 500-jährliche Flut wie 2002 sicher ableiten kann. Damals kamen rund 400 Kubikmeter Wasser je Sekunde die Weißeritz hinabgeschossen. Die Stadt beteiligt sich mit rund zwölf Millionen Euro an den Gesamtkosten für den flutsicheren Ausbau der Weißeritz von etwa 36 Millionen Euro.

Anzeige
Lust auf neue Kunden?

Händler und Gewerbetreibende aufgepasst: Wie Sie mit der sz-Auktion gleich doppelt gewinnen und was Sie dafür tun müssen.

Die Arbeiten am Weißeritzknick hatten 2017 begonnen. Die 100 Meter lange höhere Uferwand auf der rechten Seite konnte schon im vergangenen Jahr fertiggestellt werden. Dort muss nur noch die Lücke geschlossen werden, durch die derzeit die Baustellenzufahrt zum Fluss verläuft. Die Weißeritz wurde so ausgebaut, dass sie dort nur noch eine leichte Kurve schlägt. So können bei Hochwasser die Fluten in diesem zuvor gefährlichen Bereich besser abfließen.

Fertiggestellt ist auch die 90 Meter lange Mittelwand. Im Normalfall fließt die Weißeritz auf der rechten Seite. Schwillt der Fluss an und fließen mehr als 100 Kubikmeter je Sekunde, was einem zehnjährlichen Hochwasser entspricht, läuft das Wasser über die Mittelmauer. So kann es sich gut verteilen und besser durch die anschließende Brücke abfließen. Experten der TU Dresden hatten bei einem Modellversuch bereits getestet, dass dies auch bei einer so großen Flut wie 2002 so wäre. Derzeit sind die Bauleute dabei, die Sohle der Flutmulde mit großen Wasserbausteinen aus Granit zu befestigen, erklärt der LTV-Projektleiter.

Im Normalfall fließt die Weißeritz nur auf der rechten Seite. Schwillt der Fluss an, läuft das Wasser über die Mittelmauer und kann sich so besser verteilen.
Im Normalfall fließt die Weißeritz nur auf der rechten Seite. Schwillt der Fluss an, läuft das Wasser über die Mittelmauer und kann sich so besser verteilen. © René Meinig

Die neue Uferwand auf der linken Flussseite aus Stahlbeton-Bohrpfählen hat eine Betonschale erhalten. „Derzeit wird sie noch mit Sandsteinblöcken verkleidet, damit sie gut ins Stadtbild passt“, sagt Rauch. Zu einem großen Teil ist das schon geschafft. So wurde auch die gegenüberliegende Uferwand verkleidet. Die flussaufwärts liegende Bismarckbrücke am unteren Ende der Kesselsdorfer Straße ist auch aus diesem traditionsreichen Material. Daraus wurden in Dresden auch die Marien-, die Augustus- und die Albertbrücke über die Elbe gebaut.

Zum Abschluss der Arbeiten beim Weißeritzausbau werden noch der Radweg und die Grünflächen auf der rechten Flusseite wiederhergestellt. Geplant ist zudem, dort Bänke aufzustellen, auf denen Spaziergänger eine Pause einlegen können. Ist dieser Abschnitt gestaltet, sind dann auch die Anschlüsse zum Weißeritzgrünzug zwischen der Freiberger Straße und dem Gründerzentrum wiederhergestellt, so dass er nach Jahren durchgängig ist.

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Neue Ufermauern schützen die Dresdner

Für Anlieger wie Michael Schulz ging es bei der Jahrhundertflut 2002 um die Existenz. Wie Dresdens gefährlichster Fluss gebändigt wird. 

Begrünt oder gepflastert werden auch die Flächen unterhalb der Hochstraße auf der gegenüberliegenden Flussseite. Dort sind Geländer und eine Schranke vor der Gewässerzufahrt geplant. Sie bleibt bestehen, damit Baufahrzeuge bei künftigen Wartungsarbeiten ins Flussbett kommen.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.