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Dresden wird Lindes Montage-Zentrale

Der Anlagenbauer wächst dank Bestellungen der Scheichs und aus Russland. Der Konzern selbst legt seine dritte Rekordbilanz vor.

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Von Michael Rothe

Dresden. Linde-Chef Wolfgang Reitzle kann sich auf seine 500-köpfige Dresdner Abteilung verlassen. Der dortige Anlagenbauer Linde Engineering Dresden (LEDD), vormals Linde KCA, trug maßgeblich bei, dass auch die Konzernsparte 2012 wuchs: um gut ein Prozent auf 2,6 Milliarden Euro.

„Wir hatten ein gutes Jahr“, sagt LEDD-Chef Jörg Linsenmaier zur SZ. Der Umsatz sei von 260 auf 280 Millionen Euro gewachsen, und der Auftragsbestand liege derzeit bei 300 bis 350 Millionen Euro. „Wir sind neuerdings das Headquarter für die weltweiten Montageaktivitäten von Linde“, sagt Linsenmaier. „Das heißt, in Dresden werden Ausschreibungen und Durchführung gebündelt.“ Damit werde der Standort noch mehr aufgewertet.

LEDD gehört zu den weltweit führenden Unternehmen für Planung, Bau und Lieferung von Chemie-, Gas-, Biotechnologie- und Pharmaanlagen. Bis Mai soll eine Polypropylenanlage im russischen Tobolsk übergeben werden. Wegen der Finanzkrise wird das 450-Millionen-Projekt, der größte Auftrag der Firmengeschichte, verspätet fertig. Zu den laufenden Vorhaben gehört auch Deutschlands größte Geothermieanlage in Kirchweidach (Bayern). Dort soll mit heißem Wasser Strom erzeugt werden. Die wichtigsten LEDD-Baustellen aber liegen laut Linsenmaier im Mittleren Osten.

2012 hatte die Linde-Tochter vom insolventen Freiberger Biosprithersteller Choren Technologie und Patente für Synthesegas gekauft, um sie im Zukunftsmarkt Biodiesel und Biomassevergasung zu versilbern. Der erste Abnehmer sitzt in Finnland.

Linde ist ein Industriegase-Spezialist. Chef Reitzle, der 2014 gehen will, präsentierte in München die dritte Rekordbilanz in Folge. Der Umsatz wuchs um elf Prozent auf 15,3 Milliarden Euro, der Gewinn um neun Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Ein Wachstumstreiber war der aufgekaufte US-Sauerstoffgerätehersteller Lincare.