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Dresden

Wolfsrudel siedelt sich in Dresdner Heide an

Bisher schlichen sie meist um die Stadt herum, jetzt werden sie dauerhaft gesichtet.

Für 2019 gibt es aus Dresden bisher 47 Hinweise zu Wölfen.
Für 2019 gibt es aus Dresden bisher 47 Hinweise zu Wölfen. ©  dpa

Bislang meldeten die Dresdner nur ab und zu einen Wolf in der Dresdner Heide. Nicht immer war klar, ob es überhaupt eines der Tiere oder doch nur ein Hund war. Jetzt hat sich aber ein gesamtes Rudel mit Welpen in der Heide angesiedelt. Das bestätigt die Fachstelle Wolf auf Sächsische.de-Anfrage.

"Die Bestätigung dieses Wolfsvorkommens gelang mittels Aufnahmen einer automatischen Wildkamera, welche über das Onlinesystem des Sächsischen Wildmonitorings gemeldet wurden", so Referentin Vanessa Ludwig von der Fachstelle. Die Aufnahmen zeigen vier Wolfswelpen. Damit sei für das laufende Monitoringjahr 2019/20 ein Wolfsrudel in der Dresdener Heide nachgewiesen.

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Weitere Informationen zu dem Rudel und zu den Elterntieren, wie deren Herkunft, liegen derzeit noch nicht vor und sollen über das weiter laufende Wolfsmonitoring geklärt werden, so Ludwig. Hinweismeldungen aus der Bevölkerung seien dafür eine wertvolle Hilfe.

Wölfe wagen sich immer näher an Menschen heran

Für 2019 gibt es aus Dresden bisher 47 Hinweise zu Wölfen. Das bestätigt Karin Bernhardt aus dem Landesamt für Umwelt und Landwirtschaft. In sieben Fällen konnte der Wolf durch Fotobelege beziehungsweise durch einen Totfund bestätigt werden. Ronny Schubert vom Sachsenforst spricht von 13 bestätigten Meldungen und acht bestätigten Wolf-Sichtungen.

Die meisten der Meldungen stammen aus der Dresdner Heide, aber die Tiere wagen sich auch immer näher an den Menschen heran, meist in Langebrück und Weixdorf. Die Fachstelle Wolf weiß von 18 Wolfsrudeln und vier territorialen Wolfspaaren in ganz Sachsen. Die Experten gehen davon aus, dass sich die in der Regel zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr aus dem elterlichen Rudelterritorium abwandernden Jungwölfe, auf der Suche nach eigenem Lebensraum und Geschlechtspartnern, überall in der Region ausbreiten könnten.

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