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Dresden zählt wieder mehr neue Corona-Fälle

Die Wochen-Inzidenz klettert und entfernt sich weiter von der 50er-Marke. Die neuesten Zahlen zur Pandemie.

Die Wocheninzidenz in Dresden steigt, die Zahl der nachgewiesen Fälle mit mutierten Viren auch.
Die Wocheninzidenz in Dresden steigt, die Zahl der nachgewiesen Fälle mit mutierten Viren auch. © dpa/Tom Weller (Symbolbild)

Dresden. Terminshopping in Geschäften soll ab kommenden Montag in Dresden möglich sein. Wenn die Lage nicht noch kippt. Sollten innerhalb einer Woche wieder mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner kommen, war es das mit den angekündigten Lockerungen. Auch die Öffnung der Schulen am 15. März wäre dahin. Tatsächlich klettert die Wocheninzidenz in Dresden und nähert sich der 100er-Marke. Das sind die neuesten Zahlen zur Pandemie in Dresden.

Die Infizierten

Das Dresdner Gesundheitsamt hat am Freitag 52 weitere Corona-Infektionen gemeldet. Damit haben sich bisher 22.428 Menschen in Dresden nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Bei 20.653 Personen geht das Gesundheitsamt davon aus, dass sie die Infektion bereits überstanden haben. Abzüglich aller Verstorbenen bedeutet dies, dass zurzeit 841 Infektionen aktiv sind.

Als genesen wird eingestuft, wer 14 Tage nach dem Positiv-Test nicht in ein Krankenhaus eingewiesen werden musste. Bei Infizierten, die stationär behandelt werden, gilt ein 30-Tage-Zeitraum nach der Meldung der Infektion. Ob die Infizierten nach diesen Zeiträumen auch gesund sind oder noch mit Spätfolgen zu kämpfen haben, ist dabei irrelevant. Das Gesundheitsamt betont, dass es sich um eine Schätzung handelt.

Fälle von Coronavirus-Mutationen

Bei 96 positiven Corona-Proben konnten Virusvarianten identifiziert werden, die als ansteckender gelten. Das sind neun mehr als am Donnerstag. Seit Jahresanfang werden positive Proben auch auf mutierte Coronaviren untersucht, seit Februar regelmäßiger und engmaschiger. Die Labore sind per Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums dazu verpflichtet, zwischen fünf und zehn Prozent der positiven Proben zu sequenzieren.

Die Dunkelziffer dürfte also höher liegen. Virusvarianten werden nur beim Verfahren der Genomsequenzierung oder durch spezifische PCR-Tests - sogenannte Target-PCR - festgestellt. Nicht alle labordiagnostisch bestätigen Corona-Fälle werden jedoch auf eine Variante überprüft. Die Gesamtzahl der bisher durchgeführten Tests liege dem Gesundheitsamt nicht vor, heißt es von der Behörde.

Durch die komplexen Analyseverfahren lägen die Testergebnisse über eine nachgewiesene Mutation dem Gesundheitsamt zum Teil mit starker zeitlicher Verzögerung vor. Deshalb könnte es bereits deutlich mehr Mutationsfälle geben, als bekannt sind.

Die Sieben-Tage-Inzidenz

Die Sieben-Tage-Inzidenz spiegelt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner wider. Das Robert-Koch-Institut meldete am Freitag für Dresden eine Inzidenz von knapp 63. Grundlage bilden die übermittelten Fälle des Gesundheitsamtes.

Da es dabei zu teils mehrtägigen Verzögerungen kommt, verfügt das städtische Gesundheitsamt über aktuellere Daten. Die Behörde hat die Inzidenz am Freitag mit rund 72 berechnet. Das heißt, die Zahl der Neuinfektionen steigt wieder. Ende Februar lag die Inzidenz unter 50.

Für ganz Sachsen liegt die Wochen-Inzidenz aktuell bei 79 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Stationäre Fälle und Krankenhaus-Kapazitäten

Von fünf weiteren stationären Einweisungen berichtete das Gesundheitsamt am Freitag. Seit Pandemie-Beginn im März 2020 benötigten somit 1.993 Infizierte eine stationäre Versorgung.

Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten in Dresden lag am Freitagmittag bei 31. Zum Vergleich: Am 24. und noch einmal am 29. Dezember mussten jeweils 85 Corona-Patienten auf Intensivstationen versorgt werden.

16 Patienten müssen derzeit invasiv beatmet werden, weil sie ohne diese Hilfe nicht genug Sauerstoff bekommen.

Entwicklung der Todesfälle

Das Dresdner Gesundheitsamt meldet weiterhin fast täglich neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion, am Freitag waren es vier. Seit Pandemiebeginn sind in Dresden somit 934 Menschen an den Folgen von Covid-19 verstorben.

Die Todeszahlen werden in der Regel mit einiger Verspätung bekanntgegeben, weil das Gesundheitsamt mitunter selbst erst mit einigen Tagen Verzug von Sterbefällen erfährt.

Alter und Geschlecht der Todesopfer

Das RKI hat bisher 927 Sterbefälle nach Alter und Geschlecht ausgewertet. Fast alle Dresdner Todesopfer waren demnach mindestens 60 Jahre alt. Dreiviertel der Verstorbenen kamen aus der Gruppe der über 80-Jährigen. Insgesamt 16 Opfer waren jünger und zwischen 35 und 59 Jahren alt.

Insgesamt sind bisher rund 4,2 Prozent aller nachweislich Infizierten in der Landeshauptstadt gestorben. Allerdings: In der Gruppe der über 80-Jährigen ist die Fallsterblichkeit über den gesamten Pandemie-Zeitraum wesentlich höher, sie liegt aktuell bei rund 22 Prozent.

Alter und Geschlecht der Infizierten

Das RKI hat bisher 22.331 Fälle nach Altersgruppen und Geschlecht ausgewertet. Sie verteilen sich wie folgt:

Den absoluten Zahlen zufolge haben sich insbesondere Dresdner im Alter zwischen 15 und 59 Jahren angesteckt. Stellt man allerdings die Infizierten über 80-Jährigen allen über 80-Jährigen, die in Dresden leben, gegenüber, so ist diese Altersgruppe am stärksten von der Pandemie betroffen.

Das Gesundheitsamt meldete am Donnerstagmittag weiterhin nur noch zwölf Pflegeheimbewohner und Mitarbeiter, für die aktuell eine Quarantäne gilt. Sechs Pflegeheime sind demnach von mindestens einer Corona-Infektion betroffen.

Dresden im Vergleich

Wie viele Fälle pro 100.000 Einwohner sind in Deutschlands Landkreisen und kreisfreien Städten in den vergangenen sieben Tagen gezählt worden? Alle gelben bis roten Kommunen in der Grafik gelten als Risikogebiet (Inzidenz über 50).

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