merken
PLUS Dresden

Dresden: Zehn Millionen Euro Corona-Soforthilfe

Die Stadt wird weiter mit Anträgen überflutet. Deshalb legte der Finanzausschuss nach und verdoppelte die Hilfe für Freiberufler und Selbstständige.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat wegen der großen Nachfrage bei der Soforthilfe nachgelegt.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat wegen der großen Nachfrage bei der Soforthilfe nachgelegt. © Archiv: Sven Ellger

Dresden. Die ersten fünf Millionen waren binnen weniger Tage weg. Dresdner Kleinstunternehmer, Selbstständige und Freiberufler erhalten 1.000 Euro Corona-Soforthilfe.

Der Briefkasten im Amt für Wirtschaftsförderung war überfüllt, nachdem der Stadtrat die Soforthilfe beschlossen hatte. Schnell war klar, es werden deutlich mehr Anträge als die erwarteten 5.000

Anzeige
Fahrzeugeinrichtung nach Maß
Fahrzeugeinrichtung nach Maß

HOLDER ist der Spezialist für individuelle Fahrzeugeinbauten.

Deshalb legte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) umgehend nach. Er schlägt vor, die Hilfe zu verdoppeln. Damit könnten 10.000 Betroffene die Hilfe der Stadt erhalten. Darüber entschied am Montag der Finanzausschuss.

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

Allerdings diskutierten die Stadträte rund zwei Stunden darüber. Ist die Unterstützung richtig oder nicht, kommen vielleicht ganz andere Corona-Betroffene zu kurz und reicht das Geld überhaupt? 

Im Amt für Wirtschaftsförderung sind bereits mehr als 11.000 Anträge für die Soforthilfe eingegangen. Das sagte Amtsleiter Robert Franke. Demnach würden auch die zehn Millionen Euro nicht reichen.

„Wir haben aber auch doppelte Anträge, die per Fax und mit der Post kamen“, so Franke. Dazu werden auch einige abgelehnt, weil es sich beispielsweise nicht um Kleinstunternehmen handelt. „Ab elf Mitarbeitern sind die Antragsteller raus“, stellt Franke klar.

Mehr zum Coronavirus:

Corona: Was jetzt in Dresden wichtig ist (SZ+)

Die wichtigsten Dresdner Infos und Kontakte während der Krise

So entwickeln sich die Infiziertenzahlen (SZ+)

Dresdner Wochenmärkte: Abstand halten (SZ+)

“Ich hatte Corona” - ein Dresdner erzählt

Wie weit dürfen die Dresdner nun von zu Hause weg? (SZ+)

Allerdings liegen die Ablehnungen bisher im einstelligen Prozentbereich, wir Franke auf Nachfrage mitteilte. Deshalb beantragte Grünen-Stadträtin Anja Osiander, die Summe auf elf Millionen Euro zu erhöhen und die für die letzte Aufstockung zu erklären. Damit sollte sichergestellt werden, dass alle Anträge, die bis Montag gestellt wurden und berechtigt sind, auch ausbezahlt werden.

Das nannte die CDU „abenteuerlich“ und finanzpolitisch unverantwortlich. „Bei irgendwem muss Schluss sein“, so CDU-Stadtrat Hans-Joachim Brauns. Auch Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) und Franke sprachen sich gegen eine weitere Erhöhung aus.

Am Ende stimmte die Mehrheit für die insgesamt zehn Millionen Euro. Die Verwaltung will 400 Bewilligungen pro Tag schaffen. In der Woche nach Ostern sollen die Auszahlungen der ersten 5.000 Anträge abgeschlossen sein. 

Dann sind die jetzt zusätzlich beschlossenen 5.000 Betroffenen dran. Gut möglich, dass am Ende einigen Freiberuflern Absagen drohen.

Weiterführende Artikel

Corona: Mehr verkaufsoffene Sonntage

Corona: Mehr verkaufsoffene Sonntage

Der Dresdner Stadtrat hat zusätzliche verkaufsoffene Sonntage für 2020 beschlossen. Sie sollen helfen, die Krise abzufedern. Und es gibt weitere Hilfen.

Keine Corona-Hilfe für Mini-Baumarkt

Keine Corona-Hilfe für Mini-Baumarkt

1.000 Euro gab es für Tausende Dresdner, die wegen der Krise in Schwierigkeiten geraten waren. Einer, der leer ausging: Kultladen Eisenfeustel in der Neustadt.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per Email. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden