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Warum Uwe Herrmann umzieht

Der aus dem Fernsehen bekannte Designer verlässt sein Geschäft an der Wilsdruffer Straße und startet am Wiener Platz neu durch.

Uwe Herrmann ist bekannt aus der VOX-Sendung "Zwischen Tüll und Tränen".
Uwe Herrmann ist bekannt aus der VOX-Sendung "Zwischen Tüll und Tränen". © Marion Doering

Gehen oder bleiben? Lange hat Uwe Herrmann mit sich gerungen. Wagt er einen Neustart in einer anderen deutschen Stadt oder im Ausland? Bleibt er in Dresden, seiner Heimatstadt? Der Designer, bekannt als Schöpfer der Kleider des Dresdner Semperopernballs und aus der VOX-Sendung „Zwischen Tüll und Tränen“ hat sich entschieden: Er bleibt in der Stadt.

Aber er wagt einen Neuanfang und zieht mit seinem Brautmodenladen von der Wilsdruffer Straße an den Hauptbahnhof. Genauer in die Passage am Wiener Platz. Das Gebäude an der Wilsdruffer hätte saniert werden müssen uund er wolle sich noch mal verändern. „Mir lagen mehrere Angebote vor, unter anderem von der Prager Straße und der Centrum Galerie, doch ich habe mich bewusst für den Wiener Platz entschieden“, so Herrmann. Am 2. Dezember will er sein neues Geschäft eröffnen, parallel dazu schließt er das alte. Die rund 40 Mitarbeiter nimmt er alle mit.

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Hatte er keine Bedenken an den Platz zu ziehen, der immer wieder als Drogenumschlagplatz in die Schlagzeilen geraten ist? „Nein, für mich sind alle Menschen gleich und ich will keine Vorurteile pflegen“, sagt der Designer. Er wolle den Platz wieder aufwerten. Gemeinsam mit der Firma Dürr Liegenschaften, Eigentümer des Areals. In dieser Woche ist die Baugenehmigung gekommen. Denn Herrmann will Einiges umgestalten. Über dem Eingang, vom Bahnhof kommend, von dem aus die Rolltreppe nach unten in die Passage führt, soll eine Glaskuppel gebaut werden. Klassische Schaufenster wird es nicht geben. Dafür aber am Fuße der Rolltreppe eine echte Hochzeitskutsche mit nicht ganz so echtem Schimmel und eine Festgesellschaft in Form von Schaufensterpuppen, die die neueste Mode tragen.

Brautmoden-Designer Uwe Herrmann und sein Sohn Philipp ziehen mit ihrem Laden an den Wiener Platz.
Brautmoden-Designer Uwe Herrmann und sein Sohn Philipp ziehen mit ihrem Laden an den Wiener Platz. © Sven Ellger

Herrmann, der seinen Laden zusammen mit Sohn Philipp betreibt, ist der einzige Mieter für das Areal unter dem Wiener Platz. Was er für die Umgestaltung investiert, will er nicht verraten. „Es soll wie eine kleine Messe für Braut- und Festmoden werden, 17 kleine Läden in einem“, sagt er. So soll es unter anderem eigene Boutiquen für das klassische Hochzeitskleid in jedem Preissegment geben, aber auch für Schuhe, Schmuck und Unterwäsche. Ab um die 100 Euro ist das Kleid für den schönsten Tag im Leben zu haben. Nach oben kann es auch mal in Richtung 2 500 Euro gehen. Für die Braut, die eine größere Kleidergröße hat, gibt es ebenso Mode wie für den Bräutigam. Außerdem gibt es in einem zusätzlich Laden auch die eigene Kollektion, die Uwe Herrmann selbst entworfen hat, und in einem weiteren Eheringe.

Noch ist es eine Baustelle, im Winter soll die Eröffnung sein.
Noch ist es eine Baustelle, im Winter soll die Eröffnung sein. © Sven Ellger

Wert legt der Dresdner auch darauf, dass jeder Kunde, der zur Anprobe kommt, seine Privatsphäre hat. Daher gibt es separate Umkleidekabinen, zum Teil auch mit Duschen für Kunden, die von weiter weg anreisen. Vor jeder Kabine steht ein Sofa auf dem die Freundinnen und die Mutter der Braut Platz nehmen können, um zu beraten. „Wir haben etwa zehn Anprobetermine pro Tag, viele Bräute kommen aus ganz Deutschland und Europa angereist“, berichtet Herrmann. Ohne Termine geht daher nichts. Nur für die Festmodenabteilung muss man sich vorher nicht anmelden. Das Terminprozedere soll den Chef und seine rund 40 Mitarbeiter auch davor schützen, dass Fans „einfach mal gucken kommen“ wollen. Etwa fünf Monate vor dem großen Tag sollte man sein Kleid haben, rät der Designer. Egal ob klassisch-schlicht oder die große Robe im Prinzessinnenstil, den einen Trend bei der Mode gäbe es gerade nicht.

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Wie alt ist denn eigentlich seine Kundin im Durchschnitt? „Da gibt es gerade eine Veränderung“, sagt Herrmann. Oft werde zweimal geheiratet. Einmal relativ jung zwischen 18 und 28 Jahren und dann wagen viele noch einmal den zweiten Versuch im reiferen Alter.

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