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Neumarkt-Verein: Neue Schau im Pavillon

Bis Ende 2022 steht der Flachbau am Pirnaischen Platz in Dresden. Dann will der Verein an den Neustädter Markt ziehen, mit einem ausgefallenen Infostand.

Torsten Kulke vom Vorstand der Gesellschaft Historischer Neumarkt mit dem Modell der Turmhaube des Neustädter Rathauses, das zerstört wurde.
Torsten Kulke vom Vorstand der Gesellschaft Historischer Neumarkt mit dem Modell der Turmhaube des Neustädter Rathauses, das zerstört wurde. © Sven Ellger

Dresden. Seit 20 Jahren kämpfen die Enthusiasten von der Gesellschaft Historischer Neumarkt (GHND) dafür, dass Dresden seinen schönsten Platz in entsprechender architektonischer Qualität zurückerhält. Das hat geklappt. Derzeit wird noch am Quartier Palais Hoym gearbeitet sowie am Schlosseck, einer Kombination aus fünf Gebäuden mit modernen und historisch rekonstruierten Fassaden. Die Baywobau Dresden errichtet hier das Caesarsche und das Fürstliche Haus als Leitbauten. 

Geht es nach der GHND, soll der Platz mit dem Hotel Stadt Rom den passenden Abschluss finden. Dafür hat die Stadt in zurückliegenden Jahren versäumt, Abstandsflächen zu sichern. Dennoch soll das geschichtsträchtige Haus wiedererstehen, wenn auch leicht versetzt. 

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Den besten Überblick, was auf dem Neumarkt alles entstanden ist, bekommen Interessierte im Infopavillon der GHND am Pirnaischen Platz. Coronabedingt war der seit 15. März geschlossen. Doch seit dem 1. Juli können Besucher jetzt eine neue Ausstellung sehen. Neben der überarbeiteten Erläuterung und Bebilderung des Neumarktes sind jetzt darin auch die Vorschläge der Wettbewerbssieger zur Neugestaltung des Königsufers und des Neustädter Marktes sowie zum Wiederaufbau des Narrenhäusels zu sehen. Denn auf die Neustädter Seite will die Gesellschaft auch ihren Arbeitsschwerpunkt verlagern, wenn der Neumarkt abgeschlossen ist, sagt Torsten Kulke aus dem Vorstand.

Das soll nicht nur inhaltlich, sondern auch mit einem Informationsstand passieren. Der jetzige Pavillon, im Jahr 2009 am Pirnaischen Platz errichtet, darf nur noch bis zum 31. Dezember 2022 stehen. "Wir wollen ihn aber nicht zum Neustädter Markt versetzen, sondern dort die wiederaufgebaute Turmhaube des Neustädter Rathauses ab 2023 als Informationszentrum nutzen", sagt Kulke. Das historische Gebäudeteil setze wieder einen Kontrapunkt zur dortigen modernen Bebauung. Ein konkreter Standort müsse aber noch gefunden werden. Der städtische Bauausschuss hat einen Prüfauftrag zum Standort gefasst. 

Wer sehen will, wie die rund 20 Meter Turmhaube aussieht, kann ein Modell im Infopavillon sehen. Dass die Turmhaube wieder aufgebaut werden soll, wurde 2014 von der Hauptversammlung der GHND beschlossen. Viele Dresdner würden dies begrüßen, so Kulke. 

Jürgen Borisch leitet den Infopavillon der Gesellschaft Historischer Neumarkt am Pirnaischen Platz. Die Ausstellung ist neu gestaltet.
Jürgen Borisch leitet den Infopavillon der Gesellschaft Historischer Neumarkt am Pirnaischen Platz. Die Ausstellung ist neu gestaltet. © Sven Ellger

Der jetzige Infopavillon stand von 2002 bis 2007 an der Galeriestraße und wurde 2009 auf die städtische Fläche am Pirnaischen Platz umgesetzt. An den Herstellungskosten von rund 250.000 DM hat sich unter anderen Nobelpreisträger Günter Blobel mit 50.000 DM beteiligt. "Wir haben all die Jahre ohne öffentliche Zuschüsse gearbeitet", sagt Jürgen Borisch, ebenfalls Vorstand im GHND. Dabei fallen jährlich rund 9.500 Euro Unterhaltskosten an, davon allein 6.500 Euro Strom- und Heizkosten.

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15 ehrenamtliche Helfer, die alle speziell zum Thema Neumarkt und Neustädter Markt geschult sind, sichern die Öffnungszeiten montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr ab. "Über weitere Unterstützung würden wir uns freuen", sagt Jürgen Borisch.

So könnte die Turmhaube am Neustädter Markt aussehen, wie eine Visualisierung der Gesellschaft Historischer Neumarkt zeigt.
So könnte die Turmhaube am Neustädter Markt aussehen, wie eine Visualisierung der Gesellschaft Historischer Neumarkt zeigt. © Visualisierung: GHND e.V.

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